Die FINALS: Deutsche Meisterschaften Bahnrad Tag 3

Die Fotos des dritten Tages (die Fotos des zweiten Tages gibt es auf der News-Seite der DM). Ergebnisse gibt es hier.

Keirin Juniorinnen U19

Junioren-Europameisterin und neue Deutsche Meisterin U19 im Keirin Alessa-Catriona Pröpster

Das Podium:

  • Gold: Alessa-Catriona Pröpster
  • Silber: Katharina Albers
  • Bronze: Sandra Hainzl

Punktefahren Juniorinnen U19

Deutsche Meisterin U19 Paula Leonhardt

Das Podium:

  • Gold: Paula Leonhardt
  • Silber: Hanna Dopjans
  • Bronze: Olivia Schoppe

Punktefahren Jugend U17

Das Podium:

  • Gold: Nicolas Zippan
  • Silber: Luca Kasnya
  • Bronze: Benjamin Boos

Die FINALS: Deutsche Meisterschaften Bahnrad Tag 1

Der erste Tag ist geschafft. Hier ein paar Impressionen der Wettkämpfe. Ergebnisse gibt es hier.

Deutscher Meister in der Einerverfolgung Felix Groß

Von links oben nach rechts unten:

  • Pierre-Pascal Keub, Vierter Einzelverfolgung Junioren U19
  • Tobias Buck-Gramcko, Sieger Einzelverfolgung Junioren U19
  • Theo Reinhardt, Zweiter Einzelverfolgung Elite Männer
  • Tilla Geisler, Dritte Einzelverfolgung Jugend U17
  • vlnr.: Theo Reinhardt, Felix Groß, Nils Schomber: Silber/Gold/Bronze Einzelverfolgung Elite
  • Siegerehrung Einzelverfolgung Jugend U 17
  • Siegerehrung Mannschaftsverfolgung Elite Frauen
  • vlnr.: Charlotte Becker, Franziska Brauße, Tanja Erath Lea Lin Teutenberg
  • unten: Werner Otto beim Einstellen der Startmaschine

GPSies wird Alltrails

[Werbung] GPSies.com. Für viele Radsportler und -wanderer eine der ersten Adressen, wenn es um die Online-Tourenplanung geht.

2017 schrieb der Entwickler von GPSies, Klaus Bechtold im Blog:

Eigentlich ist GPSies ein schlafender Riese, der von Investoren noch nicht entdeckt wurde. Das Potential ist riesig, denn GPSies als Marke hat sich seit dem Bestehen der letzten 11 Jahre in die Outdoorwelt eingebrannt und ist nicht mehr wegzudenken.

[Quelle: GPSies.com]

Logo von GPSies.com, erstellt von Kbechtold – Eigenes Werk;Lizenz: CC BY-SA 4.0

2006 war das Geburtsjahr dieses schlafenden Riesen. Drei Jahre später habe ich GPSies entdeckt, als ich online nach Rennrad-Trainingsstrecken suchte. Anders als Portale wie Komoot oder Naviki war GPSies bis zuletzt ein Hobby seines Entwicklers. Nach eigenen Angaben gab es 2017 rund 600.000 angemeldete Nutzer:

Ich glaube, dass GPSies eines der größten Hobbprojekte Deutschlands ist, wenn man die Community von 600.000 registrierten Benutzern als Maßstab nehmen würde. [ebd.]


Warum war GPSies so erfolgreich? Der Hobbycharakter allein erklärt es nicht ausreichend, zumal sich die Funktionalität vor anderen Portalen nicht verstecken muss. Wenn überhaupt sieht man es höchstens dem Layout an, dass hier keine hochbezahlten Profis am Werk sind.

Neben der sehr einfachen Möglichkeit, Routen zu erstellen, zeichnet sich GPSies dadurch aus, dass alle veröffentlichten Routen auch ohne Anmeldung zugänglich sind. Touren können leicht mit Anderen geteilt werden, ohne dass Kosten entstehen oder dass sich potenzielle Nutzer irgendwo anmelden müssen. So wurde zum Beispiel die gesamte Tourenplanung beider Besi&Friends-Touren auf GPSies durchgeführt und somit allen Teilnehmer zugänglich gemacht.

Eine weitere wichtige Funktion ist für viele Nutzer, dass GPS-Tracks verschiedenster Formate hochgeladen bzw. in verschiedenste Formate umgewandelt und heruntergeladen werden konnten.

Unterstützt wurden zuletzt:

Google Earth (KML, KMZ), Google Maps directions (XML, JSON), PCX5 (tracks, waypoints), GPX (tracks, routes, waypoints), GPX Garmin Streetpilot, Garmin Course (CRS, TCX), FIT (ANT+), MS Excel, CSV (Comma-Separated-Values), Falk IBEX Tour, CompeGPS, VDO GP7 (TRC), GeoRSS, Logbook, NMEA, OVL (ASCII), Fugawi, KOMPASS Verlag (Alpenverein), TrainingPeaks (PWX), Navigon Route, OziExplorer, qpeGps Track, MagicMaps IKT, TomTom BIN (ttbin), TomTom ITN, Suunto SDF, Magellan Track, PathAway

[QUELLE: gpsies.com]


Gestern erhielten alle angemeldeten Nutzer eine E-Mail, mit der Bechtold ihnen mitteilte, dass GPSies an das amerikaische Portal Alltrails verkauft wurde:

Ab ungefähr dem 16. August 2019 werden die Website GPSies.com und die damit verbundenen Dienstleistungen nicht mehr von mir, sondern von AllTrails bereitgestellt. Es ergeben sich für Dich keine unmittelbaren praktischen Änderungen, da Du die Website und Dienste von GPSies wie gewohnt weiter nutzen kannst.

Quelle: E-Mail vom 26.07.2019

Zu befürchten ist jedoch, dass „unmittelbar“ nur eine kurze vorübergehende Phase sein wird. Da anzunehmen ist, dass die Touren von GPSies zukünftig nur noch über die Alltrails-Weboberfläche bzw. deren Apps zugänglich sein werden, wären damit einige wichtige Einschränkungen verbunden:

  • das Erstellen von Tracks ist auf Alltrails nur für Nutzer, die ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen („Pro-User“) haben, möglich
  • der Download von Touren für das Offline-Navi ist ebenfalls nur für Pro-User möglich
  • das Einbinden von Tracks auf externen Webseiten etc. ist bei Alltrails nicht vorgesehen
  • mit dem Einbinden der Tracks auf Alltrails werden diese mit dem aktuellen Datum versehen – es ließe sich nicht mehr erkennen, wie aktuell die Tracks tatsächlich sind (Quelle: heise.de).
  • es ist aktuell nicht sicher, welche Funktionen von GPSies erhalten bleben oder noch eingebunden werden

Da sich der Sitz von Alltrails in den USA befindet, gelten dort nicht die EU-Dateschutzbestimmungen. Zwar versichern Alltrails und Bechtold, dass der neue Besitzer verantwortungsvoll mit den Daten umgehen wird, eine rechtliche Regelung nach europäischem Vorbild gibt es diesbezüglich allerdings nicht.

Nutzer von GPSies sollten prüfen, ob sie den Wechsel zum neuen Anbieter mitmachen wollen. Sollte dies nicht in Frage kommen, müssen sie über den Widerspruch-Button in der oben erwähnten E-Mail kündigen. Alternativ ist dies auch durch eine Mail an support@alltrails.com möglich. Durch die Kündigung werden alle Daten auf GPSies gelöscht und werden nicht an Alltrails übertragen – man sollte also noch benötigte Tracks sichern!
Wer den Wechsel zu Alltrails akzeptiert, hat die Möglichkeit, sein Nutzerprofil bzw. seine Touren als privat zu markieren, so dass diese Daten nicht öffentlich sind.

Alle Informationen zum Wechsel sind auf der Website von Alltrails zu finden: GPSies fusioniert mit AllTrails.

Auch heise.de hat diese Entwicklung mit Bedauern kommentiert.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Klaus Bechtold für 13 Jahre mit GPSies, in meinen Augen eins der besten kostenfreien Tourenportale, bedanken!

Karte aus Beitragsbild oben: „Leaflet | HikeBikeMap.org © OpenStreetMap & contributors, CC-BY-SA

Die Finals Berlin 2019

Berlin ist wieder Sportmetropole. Jedenfalls am Wochenende des 03.+04. August. Dann finden in 10 Sportarten die Deutschen Meisterschaften statt – (fast) alle an einem Wochenende, alle in Berlin!
Sportler werden in den Sportarten Bahnrad- und Bogensport, Boxen, Kanu, Leichtathletik, Moderner Fünfkampf, Schwimmen, Turnen, Triathlon und Trial um die Meistertitel kämpfen.

Für Radsportfans sind sicherlich die Bahnwettkämpfe im Velodrom interessant. Im Strandbad Wannsee, der Havelchaussee bzw. dem Olympiapark finden die Meisterschaften im Triathlon (Sprintdistanz) statt und im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark die Trial-Wettkämpfe.

Mannschaftsverfolgung

Die Wettkampfzeiten sind auf der Website der Finals einzusehen, der Eintritt ist beim Trial und Triathlon frei, bei der DM Bahn kostet die Tageskarte 13 €.

Neben den Titelkämpfen der Elite werden im Velodrom auch die Meisterschaften der Jugend- und Junioren (U17 / U19) ausgefochten. Um alle Wettkämpfe austragen zu können, beginnen die Finals im Bahnradsport bereits am 31.07.

Die Starterliste liest sich wie ein Who is Who des deutschen Bahnsports. Aus Berliner Sicht sind vorrangig die Titelverteidigerin im Scratch und Punktefahren Charlotte Becker und Madison-Weltmeister Theo Reinhardt zu nennen. Mit Moritz Malcharek und Wahlberliner Henning Bommel gehen die Vizemeister von 2018 im Madison an den Start. Nur auf wenige Stars werden die Berliner Zuschauer verzichten müssen, so auf Roger Kluge und Robert Förstemann. Kluge fährt zur Zeit die Tour de France. Noch am 28. Juli soll er dafür sorgen, dass der Sprinter seines Teams, Caleb Ewan, im Ziel auf den Champs-Élysées ganz vorne dabei ist. Robert Förstemann hingegen ist auf dem Weg nach Tokyo – zu den Paralympics als Tandempilot des sehbehinderten Kai Kruse. Und schließlich sind es die zweiten Deutschen Bahnmeisterschaften ohne Kristina Vogel.

Alle Informationen zu der DM Bahn sind kompakt im Programmheft zu finden, das unter diesem Link abrufbar ist.

Wir sehen uns bei den Finals!

Moritz Malcharek im Trikot des LKT Brandenburg
Moritz Malcharek im Trikot des LKT Brandenburg
Charlotte Becker bei den Sixday Berlin
Henning Bommel mit Partner Kersten Thiele
Theo Reinhardt im Regenbogentrikot des Madison-Weltmeisters, hinter ihm Roger Kluge

IKEA goes cargo…bike!

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Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Möbelhäuser leben (verkürzt gesagt) davon, dass viel konsumiert und ebenso viel transportiert werden muss. Angeboten wird fast alles, was im Haushalt benötigt wird: vom Korkuntersetzer für einen Euro bis zur kompletten Wohnungseinrichtung. Häufig in Plastik eingepackt, meist zu schwer oder zu sperrig für das Fahrrad oder den öffentlichen Nahverkehr. Die Alternative ist der PKW oder bei größeren Packungseinheiten ein Miet-Transporter oder -Anhänger.

Die Möbelfirma IKEA macht trotz der Bekenntnis zur Nachhaltigkeit keine Ausnahme. Es gibt jedoch Ansätze, auch beim Transport dem gestiegenen Umweltbewusstsein der Kunden entgegenzukommen: gute (wenn auch wenige) Fahrradständer, eine frei zugängliche Fahrradreparaturstation und seit einiger Zeit Lastenräder zum Ausleihen.

Das klassische Lastenrad ist jedoch nur bedingt dazu geeignet, größere Möbel zu transportieren. 2 Meter lange Kartons stellen selbst für die größeren handelsüblichen Cargobikes ein Problem dar. Die Lastenräder bei IKEA wurden daher mit Anhängern ausgestattet, die viele Transportprobleme lösen helfen.

So sieht man immer öfter, dass Kunden eins der Gespanne bepacken und ihre Möbel emissionsarm nach Hause transportieren. Emissonsarm, weil die Räder mit E-Motoren ausgestattet sind. Mit dieser Kombination ist der Transport nur noch eine Frage der Geschicklichkeit beim Packen und der Zeit, die es bis zum Ziel braucht. Schnell ist dieses Gespann nämlich nicht. Schuld daran ist nicht der Motor, sondern die Übersetzung, die ausschließlich für niedrigere Geschwindigkeiten ausgelegt ist. Über eine Schaltung verfügen die IKEA-Lastenräder leider nicht. Konstruktionsbedingt wäre nur eine teure Tretlagerschaltung oder eine defektanfällige Kettenschaltung möglich – das macht den Verzicht erklärlich.

Fahren
Kurze bis mittlere Distanzen lassen sich mit dem Gespann erstaunlich leicht bewältigen. Der Motor hat erstaunlich viel Kraft, das Gesamtgewicht merkt man kaum. Trotz der Länge, die die eines normalen Transporters überschreitet, lassen sich Kurven gut fahren. Den Kurvenradius eines Fahrrades darf man naturgemäß nicht erwarten.

Die „Zugmaschine“ hat wegen eines – für ein Lastenrad – relativ kurzen Radstandes eine noch relativ direkte Lenkung, der Anhänger braucht aufgrund seiner Länge mehr Platz und Abstand zu Hindernissen oder Bordsteinen. Vor dem vollbepackten Fahren empfiehlt es sich, ein paar Meter Leerfahrt auf einer wenig frequentierten Stelle des möbelhauseigenen Parkplatzes zurückzulegen. Nach wenigen Minuten stellt sich auch bei diesem Gespann die bekannte Sichheit ein: sobald der Motor schiebt, geht es ohne Anstrengung und ohne Wackeln geradeaus. Kräftige hydraulische Bremsen am Rad und ausreichend dimensionierte Auflaufbremsen am Trailer lassen auch beim Bremsen nie das Gefühl aufkommen, das Gespann nicht unter Kontrolle zu haben. Rangieren kann man mit dem Gespann, egal ob voll oder leer, nur schwer: rückwärts schlägt die Lenkung des Anhängers schnell in die falsche Richtung ein. Wenn möglich sollte der Anhänger zu diesem Zweck abgekuppelt werden.

Ein kleiner Kritikpunkt ist der Sattel, der schon nach wenigen Kilometern das Fahren zu einer unangenehmen Angelegenheit macht. Gut, Leihräder müssen robust sein und der Austausch von Teilen sollte nicht zu teuer sein. In Anbetracht der begrüßenswerten Leihkonditionen ist auch der unbequeme Sattel verschmerzbar.
Womit wir bei den Kosten wären. Die Ausleihe (die Angabe gilt für die Filiale in Berlin-Lichtenberg) ist für drei Stunden kostenlos, danach werden erträgliche 5 € pro Stunde fällig.

Rechtliches
Die Räder dürfen als Pedelec führerscheinfrei gefahren werden, eine Helmpflicht besteht nicht. Beleuchtung etc. ist selbstverständlich vorhanden, Helme können bei Bedarf ausgeliehen werden. Da es sich um Fahrräder handelt, gelten alle Regeln, die auch für normale Räder gelten. In Bezug auf die Benutzungspflicht von Radwegen ist die Zumutbarkeit der Benutzung ein wichtiges Kriterium: zu schmale, unebene oder durch Poller künstlich verengte Radwege können das Fahren praktisch unzumutbar machen. In diesen Fällen wäre die Benutzung der Fahrbahn legal. Man sollte sich bewusst sein, dass dies nicht vielen Verkehrsteilnehmern bekannt ist und eine Unzumutbarkeit immer subjektiv beurteilt wird.
Das Gespann darf praktisch überall da abgestellt werden, wo auch Autos parken dürfen. Solange Fußgänger nicht behindert werden, ist zudem auch das Abstellen auf Gehwegen erlaubt.

Tipp
Spannbänder (wenn vorhanden) mitbringen oder vor Ort kaufen. Decken helfen, die Last zusätzlich zu sichern: die Anhänger holpern bei Fahrbahnunebenheiten recht stark. Die Last sollte ordentlich verzurrt werden, da die Anhänger niedrig sind und lose Pakete zu gefährlichen Situationen führen könnten.

Fazit
Für Strecken bis ca. 10 Kilometern und überschaubare Einkäufe sind die Cargobikes des schwedischen Möbelhauses eine hervorragende und umweltfreundliche Alternative zum PKW oder dem Leih-Transporter. Schade, dass IKEA diesen Service nicht stärker bewirbt – auf der Website des Möbelhauses werden die Leihräder leider nicht erwähnt.

Danke an Britta für die Fotos! © Britta Münster / BikeBlogBerlin