42,583 km/h: Paracycler Michael Teuber bricht Stundenweltrekord!

Im Rahmen des Bahn-Weltcups im Berliner Velodrom griff Paracyler Michael Teuber seinen 13 Jahre alten Stundenweltrekord in der Klasse C1 an und übertraf sein selbst gestecktes Ziel deutlich: Die 40 km/h-Marke im Visier fuhr er beeindruckend konstant und legte den neuen Rekordmarke mit einen Schnitt von 42,583 km/h deutlich höher.

Jens „the Jensie“ Voigt hatte spontan die Schirmherrschaft für diesen Rekordversuch übernommen und war zur Stelle, um die letzte Runde für Michael Teuber einzuläuten.

Herzlichen Glückwunsch!

Bahn-Weltcup Berlin 2018

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Übermorgen beginnt der Bahn-Weltcup im Berliner Velodrom. Am Start werden 40 Teams aus der ganzen Welt sein, mit wenigen Ausnahmen ist die Welt-Elite des Bahnradsports in Berlin am Start – rund 20 Jahre nach dem letzten Weltcup in dieser Stadt!

Bei der Pressekonferenz zeigten sich die deutschen Sportler verhalten optimistisch.

Roger Kluge mit WM-Maskottchen, Lea Lin Teutenberg und Stefan Bötticher (vlnr)

Lokalmatador Roger Kluge tritt gemeinsam mit seinem Partner Theo Reinhardt im Regenbogen-Trikot der Madison-Weltmeister an. Klar ist, dass sie in Berlin eine gute Figur abgeben wollen aber von den anderen starken Teams gejagt werden. Eine Herausforderung sei die Länge des Wettbewerbs: 30 statt det sonst üblichen 50 Kilometer, so dass sie ihre Taktik, das Rennen in der zweiten Hälfte „zu gewinnen“, umgestellt werden muss. Kluge: „Ich freue mich auf Samstag, wenn ich das Weltmeistertrikot vor heimischem Publikum präsentieren darf!“. Eine weitere Option, auch in der Vierer eingesetzt zu werden, ist hingegen noch offen. „Das entscheidet der Bundestrainer.“

Lea Lin Teutenberg tritt erstmals in einem großen Bahnwettbewerb in der Elite an. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Franziska Brauße startet sie im Madison. Ihre Vorfreude auf diesen Wettbewerb hat neben der sportlichen noch eine familäre Komponente : „Mein Vater [Lars Teutenberg] ist hier schon beim Sechstagerennen im Madison gestartet.“

Kurzzeit-Spezialist Stefan Bötticher hat sich zum Ziel genommen, im Sprint unter die letzten Acht zu kommen. Im Keirin ist er als amtierender Europameister natürlich einer der Favoriten, auch wenn er in der letzten Zeit gesundheitliche Probleme hatte. Für den Teamsprint sieht er nach den schwächeren Ergebnissen in dieser Saison noch Entwicklungspotential. Hier tritt er gemeinsam mit Nachwuchs-Sprinter Timo Bichler und dem Routinier Maximilian Levy gegen eine starke Konkurrenz an.

Neben den klassischen Bahndisziplinen hat der Weltcup, für den es noch Karten gibt, weitere Highlights zu bieten:

  • Wie gestern mitgeteilt wurde, wird die Ehrung zur Radsportlerin und zum Radsportler des Jahres, die gemeinsam vom Bund Deutscher Radfahrer und der Zeitschrift RennRad durchgeführt wurde, am Samstag durchgeführt werden. Preisträgerin Kristina Vogel hat ihre Teilnahme bereits angekündigt. Auch der Preisträger bei den Männern, Maximilian Schachmann, wird vor Ort sein.
Kristina Vogel: Max, du auch hier?
Kristina Vogel nach ihrem Sieg im Keirin bei der EM in Berlin 2017
  • Inklusion beim Weltcup: Para-Olympiasieger Michael Teuber wird am Freitag zwischen 14.15 und 15.45 Uhr den Stunden-Weltrekord angreifen. Als Ziel hat er sich die 40 Kilometer-Marke gesetzt.
  • Als Charity-Aktion hat Ex-Olympiasiger Guido Fulst mit seinen Twentyinchers ein Rennen Klapprad gegen Bahnrad organisiert. Ein Berliner Nachwuchsteam wird es den Klappisten schwer machen. Die Erlöse der Aktion gehen an den Verein Die Arche, der in Berlin mehrere Einrichtungen der Kinder-und Jugendsozialarbeit betreibt.

Gestern begann bereits das offizielle Training. BikeBlogBerlin hat erste Impressionen der Teams aus Korea, Italien, der Ukraine und Weißrussland eingefangen. Es wird spannend!

101 Dinge, die ein Fahrrad-Fan wissen muss

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Andrea Reidl, als Herausgeberin des Radblogs Velophil auf Zeit online einem größeren Publikum bekannt geworden, hat sich an eine schwere Aufgabe gemacht. In der Reihe „101 Dinge“ des GeraMond-Verlages musste sie (ja, genau!) 101 Dinge zusammentragen, die zum Radfahren interessant oder gar wichtig sein könnten.

Abbildung einer Draisine mit Fahrer. Urheber: Wilhelm Siegrist (1797-1843?) [Public domain], via Wikimedia Commons

Womit fängt man (frau) an – rund 200 Jahre nach der Erfindung des Fahrrades? Da gibt es nur eine Antwort: mit Karl Freiherr von Drais und seinem Laufrad: „Endlich mobil“.

Und womit hört sie auf? Man könnte nun vermuten, dass hier ein besonderer Schlusspunkt gesetzt wird – ein so übermäßig konstruierter Spannungsbogen ist von diesem Buch jedoch nicht zu erwarten. Das 101ste „Ding“ ist aber doch etwas, das tatsächlich irgendwie am (aktuellen) Ende der Entwicklung steht – das Triathlonrad.

Dazwischen stellt Andrea Reidl sachkundig und mit lockerem Schreibstil Entwicklungen, Moden, Trends und Themen aus 200 Jahren Fahrradgeschichte vor: So werden wir mit der Radakrobatin Ines Brunn bekannt gemacht, die in Peking einen Fixed-Gear-Shop eröffnete (40 – Akrobatin auf dem Rad) und erfahren etwas über „Spaniens Fahrradhauptstadt“ Vitoria-Gasteiz (34).

Der Schutzbrief für Radfahrer (48) findet ebeno Platz wie das „Race across America“ (57) oder der Trendsport Bikepolo (79).

Klar, auf rund 190 Seiten lassen sich 101 Tipps nicht episch abhandeln. Mit zwei Seiten bekommt der Volksentscheid Fahrrad (26) genausoviel Raum wie der Tubeless-Reifen (16) oder das Lastenrad (91). Gerade mal der ADFC erhält mit 3 Seiten eine kleine Sonderstellung. Wer mehr erwartet, liegt bei dieser kleinen Themensammlung falsch. Das Buch zeigt, was es rund ums Fahrrad gibt – wer in die Tiefe gehen möchte, findet inzwischen diverse Publikationen off- und online. Stichwort „online“: hier würde ich den einzigen Kritikpunkt sehen. Das Buch enthält (mit Ausnahme einiger – gut – ausgewählter Fahrradevents am Ende) keine Weblinks. Da das Buch nicht nur die/den „Digital Native“ als Zielgruppe hat, kann man nicht voraussetzen, dass alle Leserinnen und Leser im Internet sofort sämtliche angesprochenen Themen finden werden. Möglich, dass dies nicht ins Konzept der Reihe passt – es würde aus dem Buch DIE „Einstiegsdroge “ in die Fahrradwelt des 21. Jahrhunderts machen.

Dennoch: Ganz sicher ist „101 Dinge, die ein Fahrrad-Fan wissen muss“ das einzige Buch, das es schafft, den Bogen vom „ABC“ (dem ersten Radfahrclub Deutschlands, 1869 gegründet) über Frauenradsport in Afghanistan bis hin zur inoffiziellen Klapprad-Weltmeisterschaft, dem World-Klapp zu spannen. Das will etwas heißen – und ist somit meine Empfehlung 2018 für den Gabentisch!

 

101 Dinge die ein Fahrrad-Fan wissen muss
Reidl, Andrea. – München : GeraMond, [2018], [1. Auflage]

Bildquellennachweis

  1. Draisine: Wilhelm Siegrist (1797-1843?) [Public domain], via Wikimedia Commons
  2. Vitoria-Gasteiz: Andrea Reidl
  3. Polospieler: Andrea Reidl
  4. Triathlonlenker: „160203-fc-014-ff-k-pm-16-02-03-dsc7352_web.jpg“ – Quelle/Source [´www.pd-f.de / Paul Masukowitz´]

Offene Berliner Steher-Meisterschaft 2018 II

Die Fotos der Teilnehmer.  Von oben nach unten:

  • Torsten Schönberger, Chemnitz
  • Christian Passenheim, Dortmund / Stefan Lange, Rostock
  • Tom Hoffmann, Heidenau / Moritz Kaase, Gütersloh
  • Robert Bolsmann, Greifswald / Thorsten Riedel, Berlin
  • Jakub Filip, Tschechien / Armin Rohrmann, Heidenau
  • Alexander Riedel, Heidenau
  • Martin Gründer, Forst

Infos und Ergebnisse gibt es beim Berliner Radsportverband unter diesem Link.

Weitere Fotos folgen!