Gastartikel: Rad Am Ring

Was bekommt man, wenn man Tausende von Rennradfahrern auf einer Formel 1 Rennstrecke mit unzähligen Zelten, Wohnwagen, Rennradfahrern in Formel 1-Boxen, einer riesigen Expo mit Rädern und Ausrüstung im Rahmen eines 24-Stunden-Radrennens versammelt? Eine großartige Zeit.

In dieser Kulisse kam das Team PHenomenal Hope Deutschland und das Team PHenomenal Hope US zusammen, mit insgesamt 23 Rennfahrern aus 3 Kontinenten und 5 Ländern (Deutschland, USA, Irland, Australien und Belgien). Unsere unerschrockenen Team-PH-Rennfahrer starteten mit 5 4-Personen-Teams und 3 Solo-Fahrer und bewältigten eine Runde nach der anderen. Der Nürburgring ist eine legendäre Rennstrecke, eine Runde ist 26 km lang mit 550 m Höhenmetern pro Runde. Die Strecke ist perfekt asphaltiert und eingezäunt, um abenteuerlustiges Wild vom Betreten der Strecke abzuhalten. Man kann buchstäblich in Skifahrer Aero-Position über die Hügel fliegen, bis der nächste Anstieg auf einen wartet. Spitzengeschwindigkeiten über 100 km/h sind (für die mutigen Fahrer) möglich. Das Wetter hätte nicht besser sein können. Trocken und mild während des gesamten Rennens.

Man nennt sie “Die grüne Hölle”. Der Kurs ist wunderschön: sehr grün und man fährst quasi mitten durch einen Wald. Allerdings ist dieser Kurs nicht flach. Ganz und gar nicht. Von Runde zu Runde wird die Strecke anspruchsvoller. Teams fliegen buchstäblich vorbei, die Solo-Fahrer treten einfach weiter. Der Anstieg zur Hohen Acht ist eine echte Herausforderung. Einige Rennradfahrer schieben ihre Räder das letzte Stück, die meisten kämpfen sich im Stehen die letzte steile Steigung hinauf.

Vielleicht war der eindrucksvollste Teil dieses Rennens die Tatsache, dass – wie bei Ultrarennen – jeder Starter in unserem Team seine Komfortzone verlassen musste. Ob es sich um den schwierigen Kurs selbst handelt, oder in der Dunkelheit der Nacht zu fahren oder Windschatten zu fahren, wenn man normalerweise solo fährt oder noch im Jetlag zu stecken oder trotz Schlafmangel zu fahren (wenn man denn überhaupt richtig schläft, wenn man im Zelt auf der Isomatte auf seinen nächsten Einsatz wartet) – jeder liegt in irgendeinem Bereich außerhalb seiner Komfortzone, blieb aber immer positiv gestimmt und dem Teamgedanken treu. Jeder hat seinen Teil beigetragen. Und der beste Teil des Rennens waren natürlich die Leute. Das Wochenende war mit lustigen Gesprächen mit den Teilnehmern unseres internationalen Mega-Team gefüllt, die alle zusammen kamen, um das Bewusstsein für pulmonale Hypertonie zu erhöhen und für andere ein Rennen zu fahren, für die bereits das bloße Atmen Arbeit bedeutet. Es gibt nichts was mehr verbindet, als gemeinsam beim Sport ein bisschen zu leiden und die Rennerfahrungen zu teilen.

Team PHenomenal Hope

Hier sind die Ergebnisse des 24-Stunden-Rennens. Wir waren mit 5 Mannschaften mit jeweils 4 Startern beim 24-Stunden-Rennen am Start. Unser Team PHenomenal-Express-Team (Matt Staniek, Marcel Krüger, Matthias Heuft und André Schmidt kam mit 70 Runden auf den 60. Platz (von 579 Mannschaften). Team PHenomenal Hope 1 mit Dirk Parschau, Joe Czerny, Matthias Klöppel und Christian Stern erzielte 24 Runden. Die gleiche Anzahl von Runden wurde vom Team PHenomenal Hope 4 mit Sarah Matthews, Sean Gaine, Michael McWeenay und Tommy Vansteenkiste erreicht. Team PHenomenal Hope 2 war ein reines Frauen-Team, Isa Czerny, Andrea Weiler, Kirstin Sarakewitz und Sylva Körber fuhren 22 Runden. Team Phenomenal Hope 3 mit Anne-Marie Alderson, Michael Bauer, Harrison Farber und Katrin Hetebrügge drehte aufgrund von Magenproblemen insgesamt 20 Runden. Patricia George fuhr solo unglaubliche 17 Runden und erreichte in der Frauenwertung Platz 2. Das sind insgesamt 444 km mit mehr als 9000 m Höhenmetern. Thomas Herget und Manfred Gertig, auch Solofahrer, fuhren jeweils fantastische 14 Runden. Insgesamt fuhr das Team PHenomenal Hope 162 Runden, 4212 km und 94.000 Höhenmeter, wow! Das entspricht mehr als 10 Anstiegen auf den Mount Everest. Vielen herzlichen Dank an alle Fahrer!

Es gibt vielen Leute zu danken: Danke an den Fotografen Andreas Stenzel vom BikeBlogBerlin, der das komplette Wochenende mit uns verbracht hat, Tag und Nacht! Und danke an Thomas für die Unterstützung während des Rennens. Vielen Dank an unsere Sponsoren, Bayer und Actelion, für das Rennen mit uns in Deutschland. Vielen Dank an den phev, dessen Vorstandsvertreter uns beim Rennen besucht haben. Vielen Dank an unsere Unterstützer von nah und fern, die uns motiviert haben, das maximale aus uns herauszuholen!

Raise awareness for PH!

– Katrin Hetebrügge and Patricia George

Ich freue mich, dass ich die Gelegenheit hatte, die Fotos dieses phantastischen Events beizusteuern! Vielen Dank an Katrin Hetebrügge für die Erlaubnis, diesen Text hier  veröffentlichen zu dürfen. Im Original ist der Text auf der Website des Teams PHenomenal Hope erschienen. Mehr Informationen über die Krankheit Pulmonale Hypertonie findet ihr auf der Website des Vereins pulmonale hypertonie e.v.

Mut-Tour 2016: Fotos der Radtour durch Berlin

Nach den ersten Fotos zur Mut-Tour und zum Mut-Lauf kommen hier nun auch die Fotos zur Radtour durch Berlin, die von Aktiven des ADFC Berlin geleitet wurde. Alle Fotos sind in der Galerie zu sehen. Mehr Infos gibt es unter mut-tour.de.

Es war eine wichtige Veranstaltung, die sehr viel Spaß gemacht hat!

Mut-Tour: Radfahren (und Laufen) gegen Depressionen

IMG_5581_750pxSeit dem 04.06. rollt die Mut-Tour durch Deutschland. Rund 7000 km werden die Teilnehmer währenddessen zurücklegen. Dabei wird mit kleineren und größeren Aktionen die Krankheit Depression thematisiert und Pressevertretern und interessiertem Publikum ermöglicht, sich darüber zu informieren.

Die Mut-Tour war vergangenen Freitag nun auch in Berlin zu Gast. BikeBlogBerlin begleitete die Mut-Tour während ihrer Fahrradtour durch die Stadt bis zum Etappenziel, dem ehemaligen Flugehafen Tempelhof. Hier präsentierten sich auf einem Informationsmarkt lokale Initiativen, Selbsthilfegruppen und professionelle Einrichtungen, die Menschen mit Depressionen unterstützen bzw. betreuen. Um 19:30 Uhr startete der gut besuchte Mut-Lauf über 5 bzw. 10 km. Weiterlesen

Ride of Silence 2016

Nachdem 2015 der erste Ride of Silence in einigen Städten in Deutschland und darunter auch in Berlin stattgefunden hat, folgte heute die zweite Auflage.

160518_Ride of Silence 2016_IMG_0191_600pxAnders als im letzten Jahr mobilisierte ein breites Bündnis aus ADFC Berlin, BUND Berlin und der Initiative Volksentscheid Fahrrad. Dadurch stieg die Teilnehmerzahl deutlich an, auch wenn der RBB von nur 1.100 Teilnehmern sprach.

Vom Brandenburger Tor rollte der ruhige und mehrheitlich weiß gekleidete Demonstrationszug in Richtung Ernst-Reuter-Platz, um anschließend einmal die City mit dem Ziel Rotes Rathaus zu umrunden. Weiterlesen

Tony Seidl – mit Parkinson und dem Liegerad nach Padua

Samstag startete Tony Seidl auf eine Radtour. Mit einem Trike. Kennt man. Über 519 Kilometer. Sportlich, aber nicht einzigartig.

Tony Seidl © Albert Sterflinger

Tony Seidl © Albert Sterflinger

Aber für Tony Seidl schien dies vor kurzer Zeit noch undenkbar: wegen seiner schnell voranschreitenden Parkinson-Erkrankung war er bereits auf den Rollstuhl angewiesen. Tony beschloss, sich einer operativen Therapie zu unterziehen. Und gab sich ein Versprechen:

Wenn ich die OP gut überlebe, fahre ich zum Grab meines Namenpatrons Anton von bzw. nach Padua.
[via Tony Seidl Blog]

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