Convercycle – das Cargobike neu gedacht

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Cargobikes (oder auf Deutsch: Lastenräder) sind „in“. Der Einkauf wird zur Qual, wenn ein Kasten Wasser oder Bier auf dem Einkaufszettel steht. Aber deshalb mit dem Auto fahren? Bis zum Supermarkt oder Tante-Emma-Laden in der Nähe könnte man noch mit einem „Hackenporsche“ laufen, mit dem Eimer Farbe aus dem nächsten Baumarkt wird es meist schon komplizierter.

Also ein Lastenrad? Nur: wohin damit? Möchte man wirklich seinen teuren neuen Lastenesel vor der Haustür oder auf dem Hof stehen lassen – vorausgesetzt, es ist überhaupt Platz dafür?

cEin Dilemma, vor dem Julia aus Bremen auch stand. Bis ihr eine Internetsuchmaschine einen Beitrag über das Convercycle Bike auf den heimischen Bildschirm spülte. Julia war sofort Feuer und Flamme und bestellte ein elektrisch unterstütztes Convercyle – ohne das Rad jemals gesehen zu haben. Ein Wagnis, das auch über einhundert weitere Backer eingegangen sind.

Was ist nun so besonders an diesem Rad? Das Convercycle Bike ist (meines Wissens) das erste Lastenrad, das durch einen Faltmechanismus auf die Größe eines normalen Stadtrades gebracht werden kann, ausgefaltet aber auch große Lasten aufnehmen kann. Mit rund 18 kg (in der E-unterstützten Version ca. 20 kg) bleibt das Rad dennoch halbwegs tragbar und – vor allem – Keller- oder Wohnungs-tauglich.

Heute konnte Julia den Prototypen des Convercycle in Berlin probefahren – und war sichtlich begeistert.

Die erste Runde erfolgte noch als „Leerfuhre“. Ein Lastenrad muss aber beladen werden, sonst ist eine Probefahrt nicht aussagekräftig. Mangels Gepäck durfte daher ihre Freundin Reena im Lasten“abteil“ Platz nehmen. Und auch da blieb die Begeisterung.

Das wollte ich nun auch ausprobieren und drehte mit Reena als „Ladung“ ein paar Runden auf dem Alex. Obwohl das Rad mit uns zusammen ordentlich Gewicht zu transportieren hatte, fuhr es sich nicht wie ein Lastenrad. Wir wurden mutiger, Paul (ebenfalls Backer der ersten Stunde) übernahm das Lenkrad und Julia stieg auf den Sozius – wohlgemerkt im Stehen! Auch dabei blieb das Rad stabil, spurtreu und wirkte keinesfalls „belastet“. Kurz darauf meine (zugegeben durch meine Unsicherheit etwas wackelige) Premiere: Stand-Up-Cycling als Sozius auf dem Convercycle: das Rad hielt auch mich aus!

Sicher: ein paar Runden mit einem Prototypen auf dem Alex sind noch kein realer Test. Es ist aber ein erster Beleg, dass dieses Konzept funktioniert.

Fahrverhalten

Das Fahrverhalten ist natürlich gewöhnungsbedürftig. Als kurzes Rad ist es wendig, da der Radstand recht kurz ausfällt. Als Lastenrad ist speziell das Kurvenverhalten ungewohnt, man hat das Gefühl, dass das Hinterrad etwas verzögert in die Kurve geht. Wer schon mit einspurigen Lastenrädern gefahren ist, bei denen die Last zwischen Vorderrad und dem Fahrer transportiert wird, weiß, dass das Lenken hiermit erlernt werden muss. Es geht recht schnell, aber es muss erlernt werden. Anders beim Convercycle: wer Fahrrad fahren kann, kann mit diesem Rad sofort losfahren und hat auch keine Probleme, wenn es voll beladen ist.

Technische Details

Wie wird das fertige Rad aussehen? Diese Frage konnten Andreas und David, die das Rad entworfen und gebaut haben, noch nicht endgültig beantworten. Der Faltmechanismus erhält eine Arretierung. Der Lastenkäfig wird breiter, die lange Kette, die auf den Bildern zu sehen ist, durch zwei kürzere Ketten ersetzt werden. Das Schutzblech, das bisher als Steckschutzblech konzipiert war, wird eventuell durch eine drehbare Konstruktion ersetzt werden. Das Tretlager wird schmaler, die Rohre teilweise dicker. Selbst der Antrieb der E-Version steht noch nicht fest, Tests mit einem Frontmotor und einem Hinterradantrieb stehen bevor, ein Tretlagermotor ist auch im Gespräch. Die auffällige weiße Lackierung wird natürlich durch der normalen Rahmenfarbe weichen. Da viele technische Details noch nicht final sind, verzichte ich hier bewusst auf die Abbildung von Einzelheiten.

Mehr dazu findet ihr in den FAQ auf der Convercycle-Website.

Probefahrt

Da zur Zeit nur ein Prototyp existiert (der elektrifizierte Prototyp steht kurz vor der Fertigstellung) kann das Rad nur nach Absprache mit dem Convercycle-Team ausprobiert werden. Die nächste Möglichkeit in Berlin bietet sich vom 27.-28. April auf der VELOBerlin.

[EDIT] Convercycle wird auf der VELOBerlin in Hangar 05, Stand A08 zu finden sein.

Bezugsquelle

Nach der ersten Crowdfunding-Runde auf Kickstarter kann das Rad jetzt (zu einem immer noch sehr günstigen Preis) über Indiegogo vorbestellt werden. Da hinter dem Projekt keine große Firma mit Sicherheiten steht, besteht noch das Risiko, dass das Rad nicht zur Auslieferung kommt. Die Crowdfunding-Plattform bietet in diesem Fall keine Sicherheiten. Dies sollte man vor dem „Backen“ beachten!

Hinweis zur Kennzeichnung als Werbung: Convercycle ist ein kommerzielles Projekt. BikeBlogBerlin steht in keiner geschäftlichen Beziehung dazu*. Die fotografierten Personen Julia, Reena und Paul waren aus eigenem Antrieb vor Ort und wurden weder von BikeBlogBerlin noch von Convercycle „gecastet“.

*Gleichwohl überlege ich, ein Convercycle Bike über Indiegogo zu bestellen.

Berliner Fahrradschau 2018 – Kruschhausen: das Faltrad neu interpretiert

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Oft sind es Newcomer, Startups, Existenzgründer oder wie man sie nennen mag, die frischen Wind in eine Branche bringen. Ich habe zwei spannende Entwicklungen herausgepickt, die mir auf dem Rundgang auf der Berliner Fahrradschau 2018 besonders aufgefallen waren.

Kruschhausen

Der 32jährige Produktdesigner Tobias Kruschhausen aus Stuttgart stellte sich die Frage, warum „ein Fahrrad nicht faltbar oder steckbar sein und trotzdem nach einem klassischen, ästhetischen Fahrrad aussehen (kann)?“ Die Antwort darauf, das Fiiz, zeigt er exklusiv und erstmalig auf der BFS. Gleichzeitig startet seine Crowdfundingaktion, die die Anschubfinanzierung für die erste Kleinserienproduktion liefern soll.

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LIDL-Bike: gutes Angebot mit teurer Falle?

Kürzlich habe ich das neue Angebot der DB Rent, das LIDL-Bike getestet. Da ich bereits vor einigen Jahren in Hamburg ein Call-a-bike-Rad („StadtRAD Hamburg„) genutzt hatte, war ich bereits angemeldet. Die Nutzung des LIDL-Bikes war somit unproblematisch – neudeutsch „easy“. Da ich eine kleine Hürde beim Entriegeln des Rades hatte, nutzte ich gleich die telefonische Hotline. Der Mitarbeiter am anderen Ende war freundlich und kompetent – prima.

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Schöner Radfahren

Meine gute Freundin Julia ist ein richtiger Sportmuffel. Lade ich sie zu einer Radtour ein, winkt sie stets dankend ab, lädt mich dafür aber regelmäßig zu einem „Kaffee danach“ ein. Natürlich nicht ohne ihre berühmten Gute-Morgen-Küchlein, da sie zwar Sportmuffel, dafür aber eine begnadete Bäckerin ist. Meine schönen Vorsätze, durch meinen Sport auch Kalorien zu verbrennen, werden dadurch auf nahezu perfide Weise durchkreuzt. Ich liebe diese Einladungen sehr.

Vor zwei Wochen ist dann etwas passiert, das mich ratlos machte. Inzwischen lade ich Julia nicht mehr zu solchen schweißtreibenden Veranstaltungen ein, weil ich sie gern dabei hätte. Nein, ich weiß ja, dass sie damit nicht zu locken ist. Wenn ich sie einlade, dann nur, um ihr zeigen zu können, dass ich natürlich megasportlich bin. So richtig in Bewunderung verfällt sie dann zwar immer noch nicht, aber wir haben immerhin ein Gesprächsthema, in dem ich mich auch wirklich auskenne. Wie gesagt, vor zwei Wochen geschah etwas Unerwartetes. Julia fragte mich, ob wir nicht mal wieder eine Radtour machen könnten.

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Ich stutzte. Mal wieder? Trotz meines fortgeschrittenen Alters funktioniert mein Gedächtnis noch einigermaßen, so dass ich schnell rekapitulieren konnte, dass wir genau eine Radtour zusammen unternommen hatten. Und die ging zu einer Milchbar, die von ihrer Wohnung keinen Kilometer entfernt lag. Also „mal wieder“ eine Radtour. Ich schaute sie lange an. Drogen schien sie mir nicht zu nehmen. Woher also dieses verdächtige Interesse am Sport?
Da ich dies sicher nicht herausfinden würde, wenn ich ihre Einladung ausschlüge, sagte ich zögernd zu. Das konnte doch nur schief gehen, dachte ich im Geheimen. Weiterlesen

Winterreifenpflicht

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Es weihnachtet. Das hat sich inzwischen herumgesprochen. Aber nicht nur das: der Winter hat sich angekündigt. In einigen Gegenden ist er sogar schon eingetroffen.

© Continental / www.conti-online.com

Höchste Zeit, sich über das sichere Vorwärtskommen in der kalten Jahreszeit Gedanken zu machen. Über sinnvolle beziehungsweise gesetzeskonforme Beleuchtung habe ich schon geschrieben. Heute geht es um Haftungsfragen. Haftung ganz wörtlich genommen: Bodenhaftung bei Schnee, Eis und Glätte.

Mountainbiker sind in der kalten Jahreszeit fein raus: ihre breiten, meist grobstolligen Reifen graben sich in festen wie lockeren Schnee ein. Bei Eis helfen aber auch diese Reifen nicht mehr weiter. Alltagsradler und viel mehr noch Fahrer von schmalerer Bereifung wie sie an Rennrädern üblich ist bekommen schon viel früher Probleme.

Es gibt aber Abhilfe. Zu diesem Zweck muss sich der Radfahrer jedoch von der Vorstellung verabschieden, es gäbe einen Fahrradreifen für jeden Zweck. Was für Autos gilt ist auch bei Rädern nicht verkehrt: kalte Temperaturen, Schnee und natürlich Eis verlangen andere Reifen als die, die als Standardausstattung montiert sind. Weiterlesen