Velo Classico 2017

Am 16. und 17. September fand im Mecklenburgischen Ludwigslust die Velo Classico 2017 statt. Zum 3. Mal trafen sich in „Lulu“ Liebhaber alter Fahrräder und klassischer Mode. Neben alten Panther-Fahrrädern der 30er Jahre, Polizei- und Militärrädern, einem Rad mit Beiwagen (!) und Alltagsrädern der 50er bis 80er Jahre fanden sich auch einige schöne Rennräder des vergangenen Jahrhunderts. Es wird niemanden wundern, dass mein Augenmerk hauptsächlich dieser Gattung galt, gehört doch meine (Fahrrad-)Liebe seit jeher den schnellen Stahlrössern.

Velo Classico

Die Velo Classico versteht sich nicht als Rennen, auch wenn die Langdistanz (die „Heldenrunde“) primär für Rennräder geeignet ist. Das Team um Detlef Koepke konzipiert im geschichtsträchtigen Umfeld des Schlosses Ludwigslust eine zweitägige Kulturveranstaltung, die Radsportlern und Händlern alter Räder und Fahrradteile genauso Platz bietet wie (Vintage-)Modeschöpfern, Künstlern oder Tanzschulen. Der erste Tag ist daher eine Mischung aus Klassentreffen, Einkaufsbummel und Party. Man trifft sich, unterhält sich, zeigt seine Räder oder bewundert die anderer Teilnehmer. Erst am Sonntag steht der Sport (zeitweilig) im Mittelpunkt. Auf drei Strecken können Besitzer alter Räder an den Start gehen: von der Genießerrunde mit 45 km, über die Liebhaberrunde mit 90 km bis hin zur Heldenrunde mit 150 km. Genießer- und Liebhaberrunde sind offen für alle Fahrradtypen und Kleidungsvorlieben, die Heldenrunde verlangt nach klassischen Rennrädern bis Baujahr 1989 und möglichst passender Kleidung.

Ludwigslust

Mindestens genauso spannend wie dieses Event ist das Entdecken der „Vintage“-Stadt Ludwigslust. Begonnen hat deren Geschichte mit der Errichtung eines Jagdschlosses durch den Prinzen Christian Ludwig im damaligen Dorf Klenow. Mitte des 18. Jahrhunderts erhielt der Ort den Namen Ludwigslust. Um das Schloss herum, das rund 40 Jahre nach seiner Errichtung einem Barockbau weichen musste, entstand eine komplette neue Stadt. Das Schloss und die im nahen Umfeld errichteten Wohn- und Verwaltungsgebäude (speziell in der Schlossstraße) geben der Stadt einen besonderen Charakter. Ein Besuch – nicht nur anlässlich der Velo Classico – lohnt sich!

BikeBlogBerlin zeigt hier die besten Fotos der eleganten Stahl-Renner in standesgemäßem schwarz-weiß. Mehr Fotos gibt es auf der Facebook-Seite der Velo Classico und der von Florian Selig.

Gastartikel: Rad Am Ring

Was bekommt man, wenn man Tausende von Rennradfahrern auf einer Formel 1 Rennstrecke mit unzähligen Zelten, Wohnwagen, Rennradfahrern in Formel 1-Boxen, einer riesigen Expo mit Rädern und Ausrüstung im Rahmen eines 24-Stunden-Radrennens versammelt? Eine großartige Zeit.

In dieser Kulisse kam das Team PHenomenal Hope Deutschland und das Team PHenomenal Hope US zusammen, mit insgesamt 23 Rennfahrern aus 3 Kontinenten und 5 Ländern (Deutschland, USA, Irland, Australien und Belgien). Unsere unerschrockenen Team-PH-Rennfahrer starteten mit 5 4-Personen-Teams und 3 Solo-Fahrer und bewältigten eine Runde nach der anderen. Der Nürburgring ist eine legendäre Rennstrecke, eine Runde ist 26 km lang mit 550 m Höhenmetern pro Runde. Die Strecke ist perfekt asphaltiert und eingezäunt, um abenteuerlustiges Wild vom Betreten der Strecke abzuhalten. Man kann buchstäblich in Skifahrer Aero-Position über die Hügel fliegen, bis der nächste Anstieg auf einen wartet. Spitzengeschwindigkeiten über 100 km/h sind (für die mutigen Fahrer) möglich. Das Wetter hätte nicht besser sein können. Trocken und mild während des gesamten Rennens.

Man nennt sie “Die grüne Hölle”. Der Kurs ist wunderschön: sehr grün und man fährst quasi mitten durch einen Wald. Allerdings ist dieser Kurs nicht flach. Ganz und gar nicht. Von Runde zu Runde wird die Strecke anspruchsvoller. Teams fliegen buchstäblich vorbei, die Solo-Fahrer treten einfach weiter. Der Anstieg zur Hohen Acht ist eine echte Herausforderung. Einige Rennradfahrer schieben ihre Räder das letzte Stück, die meisten kämpfen sich im Stehen die letzte steile Steigung hinauf.

Vielleicht war der eindrucksvollste Teil dieses Rennens die Tatsache, dass – wie bei Ultrarennen – jeder Starter in unserem Team seine Komfortzone verlassen musste. Ob es sich um den schwierigen Kurs selbst handelt, oder in der Dunkelheit der Nacht zu fahren oder Windschatten zu fahren, wenn man normalerweise solo fährt oder noch im Jetlag zu stecken oder trotz Schlafmangel zu fahren (wenn man denn überhaupt richtig schläft, wenn man im Zelt auf der Isomatte auf seinen nächsten Einsatz wartet) – jeder liegt in irgendeinem Bereich außerhalb seiner Komfortzone, blieb aber immer positiv gestimmt und dem Teamgedanken treu. Jeder hat seinen Teil beigetragen. Und der beste Teil des Rennens waren natürlich die Leute. Das Wochenende war mit lustigen Gesprächen mit den Teilnehmern unseres internationalen Mega-Team gefüllt, die alle zusammen kamen, um das Bewusstsein für pulmonale Hypertonie zu erhöhen und für andere ein Rennen zu fahren, für die bereits das bloße Atmen Arbeit bedeutet. Es gibt nichts was mehr verbindet, als gemeinsam beim Sport ein bisschen zu leiden und die Rennerfahrungen zu teilen.

Team PHenomenal Hope

Hier sind die Ergebnisse des 24-Stunden-Rennens. Wir waren mit 5 Mannschaften mit jeweils 4 Startern beim 24-Stunden-Rennen am Start. Unser Team PHenomenal-Express-Team (Matt Staniek, Marcel Krüger, Matthias Heuft und André Schmidt kam mit 70 Runden auf den 60. Platz (von 579 Mannschaften). Team PHenomenal Hope 1 mit Dirk Parschau, Joe Czerny, Matthias Klöppel und Christian Stern erzielte 24 Runden. Die gleiche Anzahl von Runden wurde vom Team PHenomenal Hope 4 mit Sarah Matthews, Sean Gaine, Michael McWeenay und Tommy Vansteenkiste erreicht. Team PHenomenal Hope 2 war ein reines Frauen-Team, Isa Czerny, Andrea Weiler, Kirstin Sarakewitz und Sylva Körber fuhren 22 Runden. Team Phenomenal Hope 3 mit Anne-Marie Alderson, Michael Bauer, Harrison Farber und Katrin Hetebrügge drehte aufgrund von Magenproblemen insgesamt 20 Runden. Patricia George fuhr solo unglaubliche 17 Runden und erreichte in der Frauenwertung Platz 2. Das sind insgesamt 444 km mit mehr als 9000 m Höhenmetern. Thomas Herget und Manfred Gertig, auch Solofahrer, fuhren jeweils fantastische 14 Runden. Insgesamt fuhr das Team PHenomenal Hope 162 Runden, 4212 km und 94.000 Höhenmeter, wow! Das entspricht mehr als 10 Anstiegen auf den Mount Everest. Vielen herzlichen Dank an alle Fahrer!

Es gibt vielen Leute zu danken: Danke an den Fotografen Andreas Stenzel vom BikeBlogBerlin, der das komplette Wochenende mit uns verbracht hat, Tag und Nacht! Und danke an Thomas für die Unterstützung während des Rennens. Vielen Dank an unsere Sponsoren, Bayer und Actelion, für das Rennen mit uns in Deutschland. Vielen Dank an den phev, dessen Vorstandsvertreter uns beim Rennen besucht haben. Vielen Dank an unsere Unterstützer von nah und fern, die uns motiviert haben, das maximale aus uns herauszuholen!

Raise awareness for PH!

– Katrin Hetebrügge and Patricia George

Ich freue mich, dass ich die Gelegenheit hatte, die Fotos dieses phantastischen Events beizusteuern! Vielen Dank an Katrin Hetebrügge für die Erlaubnis, diesen Text hier  veröffentlichen zu dürfen. Im Original ist der Text auf der Website des Teams PHenomenal Hope erschienen. Mehr Informationen über die Krankheit Pulmonale Hypertonie findet ihr auf der Website des Vereins pulmonale hypertonie e.v.

Sven Marx – Sven Globetrotter: ein Portrait

Für einen Artikel in der radzeit, der Zeitschrift des ADFC Berlin, habe ich Sven Marx am Brandenburger Tor fotografiert. Trotz seiner Behinderung startet er am 23. April von dort zu einer Weltreise mit dem Rad. Über zahlreiche Gäste und Mitfahrer mit Rad oder Rolli auf den ersten Metern (mit Polizeibegleitung rund um die Siegessäule) würde Sven sich sehr freuen! Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr, Start der „Abschiedsrunde“ wird um 13 Uhr sein.

Alle Bilder dieser Serie dürfen kostenfrei für Berichte über Sven Marx bzw. seine Weltreise verwendet werden. Ein Link auf BikeBlogBerlin wäre nett, ist in diesem Fall aber nicht erforderlich. Presseanfragen bzgl. kostenfreier, druckfähiger Fotos (gern auch ohne Wasserzeichen) richten Sie bitte an kontakt@bikeblogger.de.

Mehr Informationen über Sven findet ihr auf seiner Website www.sven-globetrotter.com.