Aber du bist doch behindert: Rückkehr nach 17 Monaten Weltreise

Sven Marx mit seinem Rad vor dem Brandenburger Tor. Plakat zur Rückkehr von Sven am 08.09.2018.Link zum Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/144636609536360/
Nach Svens Ankunft (Samstag, 08.09.2018, 12:30 Uhr) fahren wir gegen 14 Uhr gemeinsam zum Sportfest des SCL. Es handelt sich um eine angemeldete Demonstration mit Polizeibegleitung.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Inklusionswoche IWO-Berlin. Danke an das Netzwerk Inklusion, die Karower Dachse und den Sportclub Lebenshilfe für die Unterstützung!

Wir sehen uns?

Ihr/Euer BikeBlogger

P.S.: Plakat und Infos dürfen auch ohne Rücksprache gern und massenhaft geteilt werden!

Sven Marx: Bringt die Fackel nach Hause!

Hervorgehoben

[EDIT2] Hier könnt Ihr das Plakat zur Veranstaltung herunterladen (PDF, nicht barrierefrei)
[EDIT1] Hier könnt Ihr den Flyer zur Veranstaltung herunterladen (PDF, nicht barrierefrei)

Sven Marx (Sven Globetrotter) ist zurück. Fast. Er muss „nur noch“ durch Westeuropa fahren, dann empfängt ihn seine Heimat- und Lieblingsstadt Berlin wieder. Am 08. September wird Sven am Brandenburger Tor ankommen – und wir sind dabei!

  • Ort: Brandenburger Tor
  • Datum: 08. September 2018
  • Zeit: 12:30 Uhr

Anschließend bringen wir gemeinsam die Inklusionsfackel in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Prenzlauer Berg. Dort wird Sven – im Rahmen des 38. Internationalen Sportfest des SCL anlässlich der Inklusionswoche – die Fackel an Alexandra Cremer überreichen. Alexandra hatte 2014 die Idee, den Gedanken der Inklusion mit Hilfe dieser Fackel zu verbreiten. Seitdem hat die Fackel alle deutschen Landeshauptstädte besucht, wurde vom Papst in Rom gesegnet, war bei den Paralympics in Rio und ist auf dem Kilimandscharo gewesen. Sven hatte die Fackel während seiner ganzen Weltreise dabei.

Die Inklusionsfackel beim Start am Brandenburger Tor. Foto: Christa Lemmé

Kommt am 08. September zum Brandenburger Tor – mit dem Rad, dem Handbike oder (wenn Ihr sehr flott unterwegs seid) mit Euren Laufschuhen!

Mögliche Terminänderungen erfahrt Ihr über Svens Facebook-Account bzw. seine Facebook-Veranstaltung.

Für Rückfragen stehe ich natürlich gern zur Verfügung!

Sven Marx: Aber du bist doch behindert! Das Buch.

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Sven Marx fährt Rad. Das ist an sich noch nichts Besonderes. Das tun wir wohl alle. 49.000 Kilometer hat er in den vergangengen Jahren bei Touren durch 29 Länder in Skandinavien, Südosteuropa, Japan oder den USA zurückgelegt. Seit dem April letzten Jahres ist Sven mit seinem Rad auf einer Weltreise, die im September in Berlin enden soll. Ok, das macht nicht Jeder. Aber ein Exot ist er damit heute auch nicht mehr. Sven ist allerdings behindert. Nach einer Tumoroperation, die nur teilweise erfolgreich war, blieb eine Seh- und Gehbehinderung zurück. Die Ärzte hatten ihn schon als Pflegefall abgestempelt. Inzwischen kein Pflegefall mehr, fährt er allein mit dem Rad um die Welt. Und er möchte anderen Menschen – Behinderten wie Nichtbehinderten – Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen. Mut dazu zu machen, die Einschätzung des Arztes, des Chefs oder von-wem-auch-immer zu hinterfragen und selber auszutesten, was möglich ist – oder vielleich nicht möglich ist.
Das selber Ausprobieren wollen, selber machen, war schon von klein auf eine Eigenschaft, die Sven auszeichnete. Seinen eigenen Weg zu gehen und Kompromisse nur einzugehen, wenn es wirklich nötig war. Dazu gehörte, in der DDR zur Jugendweihfeier zugelassen zu werden, obwohl er nicht so ganz dem sozialistischen Ideal eines Jugendlichen entsprach. Oder in die ungeliebte Gesellschaft für Sport und Technik einzutreten, die dem Innenministerium der DDR unterstellt war. Während einige dort ihre vormilitärische Ausbildung „genossen“ und für den sozialistischen Kampf gedrillt wurden, war es für Sven und einige Andere die Gelegenheit, den Motorradführerschein zu erwerben, um endlich mit großen Maschinen unterwegs sein zu können. Das Fahrrad, das Sven als Jungen die erste Achtung bei anderen Jungs und natürlich auch den Mädchen bescherte, war inzwischen einer stärkeren Liebe gewichen: zuerst den Mopeds, später „echten“ Motorrädern. Lehre, Motorradführerschein, Motorrad-Club, Ausfahrten mit den Kumpels, Freundinnen, Mauerfall, Wende, Annett (inzwischen Svens Frau). Und immer wieder Motorräder. Ein Leben im gemütlichen, damals noch nicht ganz so urbanen Ostberliner Bezirk Weißensee.

Davon handelt Svens Buch, das gerade erschienen ist: „Aber du bist doch behindert. Vom Pflegefall zum Mutmacher auf dem Fahrrad“. Teilweise. Hat diese Biographie dazu geführt, dass Sven trotz einer lebensbedrohlichen Krankheit nicht aufgegeben hat? Wir wissen es nicht. Es passt jedoch zum jungen Mann Sven, der lieber Moped und Motorrad gefahren ist als sich um eine ferne Zukunft zu kümmern. Der Ziele verfolgte, die anderen nicht erreichbar schienen. Weil es seine Ziele waren.
An dieser Stelle muss ich ein paar Erwartungen enttäuschen. Liebe Radfahrer: nein, es ist kein Buch, in dem Sven erklärt, wie er (über Umwege) zurück zum Fahrrad gefunden hat und wie er die legendäre Route 66 quer durch die USA „bezwungen“ hat.

Welche Reifen er aufzog, in welchem Zelt er schlief und mit welchen Mitteln er unterwegs für warme Getränke gesorgt hat. Liebe Inklusionsaktivisten: nein, es ist kein Buch, in dem über Probleme Behinderter geschrieben wird und in dem die noch nicht erfolgte Gleichstellung, Gleichbehandlung oder neudeutsch „Inklusion“ Behinderter ganz oben steht. Und schließlich: nein, es ist weder eine Leidens- noch eine Abenteuergeschichte. Achja. Liebe Ostalgiker: es ist leider auch kein Buch für euch.
Sven erzählt einfach von seinem Leben in Weißensee, später in Kroatien oder Ägypten, bis ihm nach einem Tauchgang schwindlig wurde. Er erzählt von der OP und der Intensivstation (soweit er sich daran erinnern kann), seinem Kampf in der Reha zurück auf die Beine und aufs Fahrrad. Und er erzählt, was Radfahren für ihn als ehemaligen Harley-Fahrer und Tauchlehrer heute bedeutet. Sven erzählt es witzig, anekdotenreich, stellenweise sicher auch mitleiderregend. Wenn man Sven heute kennt, darf man aber auch über Szenen lächeln, wie er – recht starrköpfig – vermeidet, die Nachtschwester um Hilfe zu bitten, als er die Toilette aufsuchen muss. Der Weg zurück in den Rollstuhl stellt einen fast aussichtslos scheinenden Kampf dar, den er jedoch schweißgebadet gewinnt. Alles, um seine (im Geheimen) erkämpfte Freiheit nicht wieder durch wohlgemeinte Vorschriften einschränken zu lassen. Wohin das führen sollte, wusste Sven damals auch noch nicht:

Mir war nicht einmal ansatzweise klar, was sich aus diesem Stück Freiheit entwickeln würde.

Der Weg zur Weltreise, zum Menschen, der anderen Behinderten Mut machen will, war weder absehbar noch unausweichlich. Aber diesen Weg hat Sven eingeschlagen und beim Lesen des Buchs können wir Sven ein Stück auf diesem Weg begleiten.

Wer diesen Weg ein Stück mitgehen (oder besser mitfahren) möchte, kann das Buch beim Verlag Books on Demand über diesen Link probelesen bzw. als Paperback oder als eBook bestellen. Die Bestellnummern lauten:
ISBN: 9783746067568
eBook ISBN: 9783746054483

Aktuelle Informationen über Svens Weltreise bekommt man tagesaktuell auf Facebook (https://www.facebook.com/sven.marx.globetrotter/) oder ausführlicher, dafür ein wenig zeitversetzt in seinem Blog (https://www.sven-globetrotter.com/de/blog.html).

Hinweis: Am 08. September kommt Sven zurück nach Berlin. Sei dabei und begrüße Sven mit uns am Brandenburger Tor! Wir fahren danach gemeinsam mit Sven per Rad (oder Handbike) zum Jahn-Sportpark, um die Inklusionsfackel wieder an die Initiatorin, Alexandra Cremer zu übergeben. Auch hierzu findest du alle Infos auf Svens Facebook-Seite!

Alle Fotos: © Sven Marx

Hinweis zur Kennzeichnung als „Werbung“
Ich habe das Rezensionsexemplar von Sven unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen. Daher muss ich es nach aktuellem Rechtsverständnis als Werbung kennzeichnen.

TOP Fahrrad-Blog 2017: meine Stimme für Sven Globetrotter

Endspurt! Die Abstimmung endet am 28.11.2017!


Die Abstimmung zum TOP Fahrrad-Blog 2017 wurde gestartet. Wie schon im vergangenen Jahr ist Sven Globetrotters Blog in der Kategorie Radreisen (jetzt „Radreise & Bikepacking“) nominiert. Im vergangenen Jahr wurde Svens Blog auf den ersten Platz dieser Kategorie gewählt! Ein toller Erfolg, der im Vorfeld seiner aktuellen Weltreise sehr wichtig war.
Inzwischen ist Sven ein gutes halbes Jahr auf seiner Weltreise und berichtet laufend auf Facebook und auf www.sven-globetrotter.de über seine Erlebnisse.

Warum möchte ich, dass Sven – unter vielen anderen Radreisenden – diese Wahl gewinnt? Weil Sven nicht nur sein persönliches Abenteuer sucht. Klar, jede Reise, über die man berichtet, ist immer auch ein Egotrip. Und diesem Trip möchten wir Leser folgen. Weil ‚er‘ oder ‚sie‘ für uns, an unserer Stelle fährt.
Aber bei Sven gibt es nicht nur ein ‚weil‘, sondern auch ein ‚trotz‘ und ein ‚gerade wegen‘. Sven ist behindert. Er fährt Rad, weil er damit selbständig reisen kann. Die Seh- und Gehbehinderung, die aufgrund eines Hirntumors entstanden ist, beeinträchtigt ihn hauptsächlich beim Gehen – und motorbetriebene Fahrzeuge kommen auch nicht mehr in Frage. Er macht eine Weltreise, weil er sich geschworen hat, diese Reise vor seinem 50. Geburtstag anzutreten, wenn er den Tumor besiegt hat. Er fährt trotz seiner Behinderung, obwohl die meisten gesunden Menschen sich solch eine Reise nie zutrauen würden. Er fährt er mit dem Rad um die Welt gerade wegen des Tumors (der in einer langwierigen OP fast komplett entfernt werden konnte): durch diese Erkrankung hat er die Erfahrung gemacht, dass man vieles erreichen kann, wenn man den Willen dazu hat. Und (erneut ein „weil“) weil er damit Anderen Mut machen kann.

Genug Gründe, um Sven bei dieser Abstimmung ganz oben sehen zu wollen, wie ich meine. Was meint ihr? Bei YouTube würde ich jetzt sagen – dann gebt mir ein „Daumen hoch“. Hier sage ich: dann klickt diesen Link zur Abstimmung auf fahrrad.de (oder das Bild rechts) an und stimmt für Sven!

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Sven Marx – Sven Globetrotter: ein Portrait

Für einen Artikel in der radzeit, der Zeitschrift des ADFC Berlin, habe ich Sven Marx am Brandenburger Tor fotografiert. Trotz seiner Behinderung startet er am 23. April von dort zu einer Weltreise mit dem Rad. Über zahlreiche Gäste und Mitfahrer mit Rad oder Rolli auf den ersten Metern (mit Polizeibegleitung rund um die Siegessäule) würde Sven sich sehr freuen! Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr, Start der „Abschiedsrunde“ wird um 13 Uhr sein.

Alle Bilder dieser Serie dürfen kostenfrei für Berichte über Sven Marx bzw. seine Weltreise verwendet werden. Ein Link auf BikeBlogBerlin wäre nett, ist in diesem Fall aber nicht erforderlich. Presseanfragen bzgl. kostenfreier, druckfähiger Fotos (gern auch ohne Wasserzeichen) richten Sie bitte an kontakt@bikeblogger.de.

Mehr Informationen über Sven findet ihr auf seiner Website www.sven-globetrotter.com.