Mit dem Fahrrad zur Königin

So oder ähnlich lasen sich die Schlagzeilen der Politik-Seiten dieser Tage. Man stelle sich vor: eine ganze Regierung fährt mit dem Fahrrad zum Staatsoberhaupt, um den obligatorischen Antrittsbesuch zu absolvieren. Angela Merkel tauscht ihre 6-Zylinder-Limousine gegen ein Faltrad, Guido Westerwelle fährt mit dem Cruiser und Ursula von der Leyen zieht einen Fahrradanhänger mit einem ihrer 11 Kinder hinter sich her. Oder waren es doch nur 5? Alle hintereinander auf dem Radweg Richtung Schloss Bellevue. Nein, nicht die 11 Kinder, sondern die Politprominenz.

Unmöglich? Dänemark macht es vor, setzt Maßstäbe, ist sozusagen Weltspitze.

Yacht der dänischen Königsfamilie © Windrose / pixelio.de

War unser nördlicher Nachbarstaat in den letzten Monaten lediglich als Urlaubsort und Schengen-Aussetzer im Fokus der deutschen Berichterstattung, hat er sich jetzt – einmal wieder – als Musterland des Radfahrens an die Spitze der Slow-Cycle-Bewegung gesetzt und den fortschrittlichen Deutschen gezeigt, wo die Speiche hängt. Weiterlesen

CyCle more often 2 Cool down the planet!

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Die ECF (European Cyclists’ Federation, der europäische Dachverband der Radfahrerverbände) hat diese Woche eine interessante Studie vorgestellt. Der deutsche Titel der Pressemitteilung ist etwas provokativ aber sehr treffend:

Verringerung der Treibhausgasemissionen für Dummies – Fahren Sie einfach häufiger Rad

Unter dem Titel CyCle more often 2 Cool down the planet! stellt die Studie den CO2-Ausstoß verschiedener Verkehrsmittel dar. Die Studie bewertet diese in Hinblick auf die Erreichung des von der EU gesteckten Klimaschutzziels, bis 2050 die CO2-Emissionen um 80 bis 95 % zu senken.

Die Ergebnisse der Studie in Kürze:

      • Die durch das Radfahren verursachten Emissionen sind, selbst unter Berücksichtigung der zusätzlichen Nahrungsmittelaufnahme eines Radfahrers im Vergleich zur
        Nahrungsmittelaufnahme eines Nutzers motorisierter Transportmittel, zehnmal niedriger als die Emissionen aus der Nutzung von Personenkraftwagen.
      • Die Emissionen der Elektrofahrräder1 rangieren, trotz ihres Elektroantriebs, in der gleichen Größenordnung wie die Emissionen gewöhnlicher Fahrräder. Wird berücksichtigt, dass Elektrofahrräder 56 % des täglichen Pendelns ermöglichen und 39 % der Autofahrten ersetzen können, besitzen sie ein enormes Potenzial, die vom Transport verursachten Emissionen weiter zu senken.
      • Auch Fahrradverleihprogramme verfügen, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass
        diese bei 50 – 70 % der Nutzer den motorisierten Transport ersetzen, über das Potenzial, die Emissionen weiter zu reduzieren.
      • Entspräche das Niveau der Fahrradnutzung in der EU-27 dem in Dänemark im Jahr
        2000 vorgefundenen Niveau, würden durch das Radfahren 26 % des für den
        Transportsektor für 2050 festgelegten THG-Ziels erreicht.
      • Bei einem EU-Rohölimport von 955 Millionen Barrel pro Jahr würden die EU-Importe um fast 10 % reduziert, wenn die EU-Bürger im gleichen Umfang wie die Dänen Rad fahren würden.
    • Die EU-Ziele werden nicht über Technologie erreicht und erfordern ehrgeizige
      Programme, in denen eine EU-weite modale Verlagerung weg vom motorisierten
      Individualverkehr vorgesehen wird. Durch eine Kombination von Verbesserungsmaßnahmen (d. h. effizientere Nutzung von Fahrzeugen, weniger
      kohlenstoffintensive Kraftstoffe, effizientere Nutzung des Verkehrssystems) wird 2050 gegenüber 1990 lediglich eine Verringerung um 20 % erzielt.
      [Quelle: Pressemitteilung des ECF 12.12.2011 / Foto und Grafik © ECF]

Die Feststellung, dass die Emissionen von Pedelecs in vergleichbarer Höhe wie die konventioneller Fahrräder (einschließlich Nahrungsaufnahme) liegen wird sicher kontrovers diskutiert werden. Spannend ist sie allemal.

Die Studie steht (in englischer Sprache) auf der Website des ECF zum Download zur Verfügung.

Bike Polo: Video des Finalspiels 2011

Die World Hardcourt Bike Polo Championships (whbpc) 2011 sind beendet.

Die Champions 2011 sind Crazy Canucks aus Kanada. Das deutsche Team Polosynthese kam auf einen hervorragenden 9. Platz!

Komplette Ergebnislisten und diverse Videos sind auf The League of Bike Polo zu finden.

Crazy Canucks (East Vancouver) vs Call Me Daddy (Paris/Grenoble/Toulouse)
September 11th 2011.
I managed to miss about 3 minutes of this game, when each team scored a goal. Damnit!

[via]

Schnelles Radfahren verlängert das Leben oder: Kette rechts!

Diese Schlussfolgerung ergibt sich aus einer Langzeitstudie, die dänische Kardiologen an über 5000 Einwohnern Kopenhagens durchgeführt haben. Die Kernaussage lautet:

Our findings indicate that the relative intensity, and not the duration of cycling, is of more importance in relation to all-cause and coronary heart disease mortality. Thus our general recommendations to all adults would be that brisk cycling is preferable to slow.

[via European Journal of Cardiovascular Prevention & Rehabilitation February 21, 2011]

(Übersetzung BBB: Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht die Dauer des Radfahrens sondern die relative Intensität eine größere Bedeutung in Beziehung auf allgemeine Sterblichkeit und Sterblichkeit aufgrund koronarer Hererkrankung hat. Daher wäre unsere generelle Empfehlung an alle Erwachsene, dass flottes Radfahren langsamem Radfahren vorzuziehen ist.)

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Wir spenden Leben rockten die Cyclassics!

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Sonntag, 21. August 2011: Das Team Wir spenden Leben am Start der Vattenfall Cyclassics 2011.

Thorsten Schröder / Marc Bator (Tagesschau) © Upsolut/Hochzwei

Mit insgesamt 14 Starterinnen und Startern starteten wir auf allen Strecken und in allen Kategorien (55/100/155 km, sowie alle VIP-Wertungen)!

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