OBike – Bikesharing in „billig“

Ein neuer Bikesharing-Anbieter ist in der Stadt: OBike. Bereits im Juli tauchten die auffälligen gelb-grauen Leihräder in Zürich auf. Das ZDF hat kritisch darüber berichtet:

Räder aus Fernost machen in Zürich vor allem eins: Probleme …
… waren die Räder Anfang Juli plötzlich da: in der Stadt, am Fluss, kreuz und quer … [via ZDF-Video auf Facebook]

Auch in München wurde der Verleih von OBikes inzwischen gestartet. Die Firma ist in Singapur ansässig, hat aber einen lokalen „General Manager“. Die Probleme in Asien oder Zürich, die in dem Bericht benannt wurden, wie z.B. die unkontrollierte Überschwemmung öffentlicher Plätze, möchte der deutsche Betreiber wohl vermeiden. Laut Berliner Zeitung habe man sich bereits mit dem Berliner Senat auf ein verträgliches Angebot verständigt:

Maximal fünf Räder auf einem Fleck, das Abstellen auf unerlaubten Flächen wird geahndet. [via Berliner Zeitung]

Ob dies das Abstellchaos vermeiden wird, zumal mit Mobike bereits ein weiterer Billiganbieter aus Fernost in den Startlöchern steht, muss sich erst noch zeigen. Auch am Datenschutz gibt es Kritik: die über die App gesammelten Daten werden möglicherweise nicht alleine für den Ausleihvorgang genutzt (vgl. o. g. Artikel in der Berliner Zeitung).
Was man auch ohne Recherche feststellen kann: die Räder sind billig gemacht und versprechen keinen Fahrspaß. Für den Touristen, der vom Gendarmenmarkt zum Brandenburger Tor fahren möchte, mag dies reichen. Eine andere Zielgruppe kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. Immerhin scheint die StVZO eingehalten zu werden – anders als z.B. bei Donkey Republic: Reflektoren und Licht sind (wenn auch auf einfachem Niveau) vorhanden.

Donkey Republic – neues Bikesharing-System in Berlin

Der niederländische Bikesharing-Provider Donkey Republic ist nun auch in Berlin vertreten: seit letzter Woche sind in der Innenstadt viele auffallend orange gefärbte Räder zu sehen.

Donkey Republic Stadtmitte

Grundsätzlich: prima! Aus Radfahrersicht kann es wohl kaum zu viele Angebote für Radfahrer geben.

Platzierung (an von Touristen stark frequentierten Orten), Verleihdauer (mindestens 2 Stunden) und Bewerbung (bisher ausschließlich englisch) der Räder deuten darauf hin, dass das Angebot primär auf Touristen ausgerichtet ist. Weiterlesen

LastenVelo Freiburg – unterstützt von BikeBlogBerlin

Was hat der Berliner BikeBlogger mit Freiburger Lastenrädern zu tun? Berechtigte Frage. Die Antwort möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Einerseits gibt es eine persönliche Verbindung zu Freiburg. Ein guter Freund wohnt dort seit vielen Jahren. Bei Besuchen dieser quirligen Universitäts- und Fahrradstadt habe ich Stadt und Landschaft schätzen gelernt. Andererseits unterstütze ich von Zeit zu Zeit (in meinen Augen) sinnvolle Start-Ups via Crowdfunding, Das Projekt LastenVelo Freiburg gehört dazu.

© LastenVelo Freiburg

© LastenVelo Freiburg

Generell finde ich die Idee toll, Transporte mit Lastenrädern statt mit PKW oder LKW durchzuführen. Egal, ob es die Waschmaschine oder der wöchentliche Großeinkauf ist. Die Anschaffung eines eigenen Lastenrades ist jedoch nicht ganz unproblematisch: es ist teuer, schwer und sperrig – jeweils im Vergleich mit einem Normalrad. Wer aus Platzmangel schon sein normales Fahrrad mit in die Wohnung nimmt, wird mit einem Lastenrad einige Probleme haben. Auch Fahrradabstellräume oder Keller sind – bei verwinkelten oder nur durch Treppen erreichbaren Zugängen – nur bedingt für diesen Fahrradtyp geeignet. Vor die Haustür stellen? Auch hier ist der Platz oft begrenzt und sichere Fahrradabstellanlagen auf der Fahrbahn noch selten. Trotz gutem Korrosionsschutz ist das Abstellen von (hochwertigen) Fahrrädern unter freiem Himmel nicht optimal. Nicht zuletzt werden Lastenräder immer häufiger das Ziel von Fahrraddieben. Einige Gründe, die aus meiner Sicht gegen die Anschaffung eines eigenen Lastenrades sprechen.

Aus diesen Gründen ist das Ausleihen von Lastenrädern ein Modell mit Zukunft, das durch Projekte wie LastenVelo Freiburg sicher einigen Auftrieb erhalten wird. LastenVelo Freiburg hat über Crowdfunding die Startinvestition für 5 Räder aufgebracht.

Weitere Kosten sollen durch Werbung, die auf den Rädern gut sichtbar durch die Stadt gefahren wird, und Spenden gedeckt werden. Bei den Rädern handelt es sich um solide, langjährig bewährte Christiania– bzw. Bullit-Lastenräder, die mit einer pfiffigen, abschließbaren Sperrholzbox versehen wurden.

Eins dieser Räder fährt nun – neben vielen anderen Namen – auch mit dem Schriftzug von BikeBlogBerlin durch Freiburg!unterstützer_deckel_BBB_600px

BikeBlogBerlin wünscht LastenVelo Freiburg viel Erfolg, viele Nutzer, Spenden und Werbekunden, damit Freiburg noch grüner wird!

Übrigens gibt es inzwischen – willkommene – Nachahmer, z.B. Lastenradler München, die die Anschubfinanzierung ebenfalls über Crowdfunding zusammenbekommen haben.