Mein erster Triathlon: 4. Staffeltri in der Jungfernheide

Nein, dies wird kein Triathlon-Blog. Und nein, ich werde kein Triathlet. Keiner von den Eisenmännern (und -frauen), die 10, 12 oder sogar 14 Stunden schwimmen, Rad fahren und laufen und am Ende noch mit einem Lächeln ins Ziel kommen. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ihr Leben Monate lang auf ein einzelnes Ziel ausrichten und 4, 5 oder 6x die Woche zum Training gehen. Dennoch reizt es mich schon lange, herauszufinden, ob ich nicht auch ein klein wenig dabei sein, „mitmachen“ kann.

Für mich muss es aber passen, also muss für mich der richtige Wettkampf wohl noch erfunden werden. Schwimmen? Klar. Radfahren? Jelängerjelieber. Laufen? Muss eigentlich nicht sein. Und wenn, dann kurz und schmerzloshaft.

Also hatte ich mich in diesem Jahr für zwei Minitriathlons („Sprintstrecke“ klingt besser) angemeldet: 500-700 m Schwimmen, ca. 20 km Radzeitfahren und „als Strafe“ noch 3-5 km laufen. Den ersten Triathlon musste ich nach meinem Urlaub und im Anschluss an einen anderen Wettkampf absagen. Beim Zweiten gab es keine Chance: ich war fest für eine Triathlonstaffel gemeldet und konnte da nicht mehr raus.

Nun denn. Eingeladen hatten uns Grischa und Ralf vom „Höhenpunkt„, bei denen ich schon 2013 einen Teil meines Vätternrunden-Trainings absolviert hatte. Mit insgesamt 9 Staffeln stellten wir das zahlenmäßig größte Team und hatten mit unserer Mixte-Spitzenstaffel auch einen heißen Anwärter auf das Treppchen dabei.

Höhenpunkt-Teamfoto © Britta Münster / BikeBlogBerlin

Damit es nicht ganz so einfach werden sollte, sollte meine Premiere bei strömendem Regen stattfinden. Der Tag begann feucht aber noch nicht wirklich unfreundlich. Um 9 Uhr erreichten wir das Strandbad Jungfernheide, wo bereits die Startunterlagen auf uns warteten. Die Wettkampfbesprechung fand bei Nieselregen statt, auch das schnelle Gruppenfoto gelang uns noch nahezu trocken.

Dann aber öffneten sich die Schleusen. Die Schwimmer, die schon ihre Neoprenanzüge anhatten, wirkten entspannt. Wir anderen ein wenig bedröppelt.

© Britta Münster / BikeBlogBerlin

Aber gleich sollte es ja ins Wasser gehen. Da tat sich ein kleines Problem auf: Wir traten als Staffel an und mussten uns „abklatschen“, um den nächsten Starter ins Wasser zu schicken. Nur: wie sahen meine Teammitglieder Joachim und Olli aus, wenn sie im „Neo“, mit Badekappe und Schwimmbrille aus dem Wasser stiegen? Ich hatte beide heute zum ersten Mal – in Alltagskleidung – gesehen. 4 Minuten vor dem Start. Aber wo waren sie? Eine Minute vor dem Start fand ich sie. Blaue Badekappe, weiße Badekappe, blaue Badekappe, Neo, Badehose. Das musste reichen. Leider: es reichte nicht. In strömendem Regen stand ich am Ufer des Sees, wartete auf unseren Startschwimmer, glaubte ihn zu sehen – doch er konnte es nicht sein: er klatschte einen mir unbekannten Starter ab, der daraufhin ins Wasser sprang. Ich wartete also weiter. Und wartete. Irgendwann wurde ich unsicher und suchte unseren dritten Mann. Keine 10 Meter neben mir sah ich ihn – mit unserem Startschwimmer! Ich hatte ihn also bereits gesehen, vor einigen Minuten.

Einen „passenderen“ Start konnte ich mir nicht vorstellen. Abklatschen, ins Wasser sprinten, Kopfsprung und los. An die Stoppuhr dachte ich erst, als ich schon im Wasser war. Sie jetzt noch zu starten erschien mir unsinnig. Schnell holte ich diverse langsame Schwimmer ein. Natürlich war ich aber wieder einmal zu schnell gestartet, so dass ich das Tempo bald reduzieren musste. Dennoch holte ich weiter auf. Der hektische Start war mir aber auf den Magen geschlagen, so dass ich nach rund 400 Metern kurz anhalten musste. Es ging weiter, bald lag der Strand vor mir. Festen Grund suchen und laufen – das geht schneller als zu schwimmen. Olli abklatschen – der erste Teil war geschafft.

Jetzt hatte ich Pause und musste zusehen, schnell wieder trocken zu werden. Der Regen hatte aufgehört, was sicher niemand bedauerte. Während wir noch auf unseren dritten Schwimmer warten mussten stiegen bereits die ersten Athleten auf’s Rad. Ich hatte jetzt rund 40 Minuten Zeit, bis ich ebenfalls losfahren durfte. Umziehen, Kohlehydrate zuführen, mich warm halten waren jetzt die relevanten Aufgaben.

Ab jetzt klappten die Absprachen bzw. Wechsel gut. Joachim kam nach einer starken Radstrecke in die Wechselzone, ich entriss ihm den Transponder und lief zum Rad. Ab hier war es vertrautes Terrain. Ich wusste, dass viele Triathleten im Jedermannbereich keine ausgewiesenen Radsportler waren. Da wegen der Kürze der Strecke (4,7 km, die viermal zu absolvieren waren) das Windschattenfahren freigegeben war und wir keinen Aerolenker verwenden durften hoffte ich dennoch auf eine anzugstarke Gruppe, mit der ich Tempo machen konnte. Leider war mir dies nicht vergönnt: es blieb für rund 10 km ein einsames Zeitfahren. Wie sehr ich meinen Aerolenker vermisste! Dann wurde ich eingeholt. Nun ja, auch das passiert mitunter. Ich sah meine Chance, ging in den Windschatten und freute mich auf zwei Runden mit höherem Tempo und wechselnder Führung. Doch der vermeintlich schnellere Fahrer hatte offensichtlich schon sein Pulver verschossen und fuhr die nächste 1,5 km lange Gerade mit einem knappen 34er Schnitt. Im Windschatten für mich erholsam, auf Dauer aber zu langsam. Also überholte ich ihn nach der Wende und legte einen 38er Schnitt vor.

Er hielt mit, überholte mich – und beendete seine vierte Runde. Ich war wieder „allein“. In der letzte Runde konnte ich nicht mehr zulegen, hielt aber beim Fahren einen 37er Schnitt.

Nicht unzufrieden übergab ich den Transponder an Olli. Wir schienen ganz ordentlich im Rennen zu liegen. Jetzt lag wieder eine längere Pause vor mir, die sinnvoll zu nutzen war. Schließlich wartete noch meine schwächste Disziplin: das Laufen.

Um es kurz zu machen: auch das Laufen absolvierte ich für meine Verhältnisse ordentlich, aber deutlich schwächer als Joachim und Olli.

Am Ende erreichten wir einen zufriedenstellenden 15. Platz von 29 (Männer-)Teams. Bitter war für uns, dass uns unsere Wechselpanne 5 Plätze gekostet hatte. Nur zwei Minuten trennten uns vom 10. Platz! Dennoch kann man festhalten, dass wir eine recht homogene Leistung zeigten: die achtschnellste Radzeit ist ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Persönlich bin ich auch zufrieden: eine (gefühlt) gute Schwimmleistung, eine gute Radleistung (38. Rang von 219 Startern und die drittschnellste Zeit der Höhenpunkt-Teams) sowie eine für meine Verhältnisse passable Laufleistung. 2015 heißt es dann: mehr Schwimmtraining (hier ist noch Luft nach oben), ohne Pannen teilnehmen und einen Platz unter den ersten 10 erkämpfen!

Unsere Spitzenstaffel erreichte übrigens einen hervorragenden 4. Platz!

Fazit: Der Startschuss-Staffeltriathlon ist eine lohnenswerte Veranstaltung für schnelle Triathleten oder Spezialisten sowie für alle Sportler, die ausprobieren wollen, wie es sich anfühlt, drei Disziplinen an einem Tag zu absolvieren. Sicher ist dies nicht vergleichbar mit einem „echten“ Triathlon, der keine Pausen vorsieht – und schon gar nicht mit einer Triathlon-Halb- oder Volldistanz. Es ist aber auch kein Wettbewerb, der – auf Zeit absolviert – auf die leichte Schulter zu nehmen ist. Man muss nicht taktieren oder Kräfte sparen und kann (muss) bei jeder Teildisziplin 100% geben. Man absolviert daher drei verschiedene Wettkämpfe mit nahezu 100% der möglichen Leistung an einem Tag. Eine spannende Sache und eine gut organisierte Veranstaltung! Lediglich der Zugang zur Wechselzone sollte von den Veranstaltern neu durchdacht werden: es geht nicht an, dass der Zugang zu 200 zum Teil hochwertigen Renn- bzw. Triathlonrädern ohne jegliche Kontrolle möglich ist. Ein Thema, das sicher von unterschiedlicher Seite noch an den Veranstalter herangetragen werden wird.

Fotos: © Britta Münster / BikeBlogBerlin

Bike Polo: Berlin Polo International 2014

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Endlich wieder hochklassiges Bikepolo in Berlin!

Wir laden euch alle ein Anfang August nach Berlin ein um eine Menge fantastisches Polo mit uns zu spielen und zwar auf einer der spannendsten Locations in ganz Berlin. Auf dem ehemaligen Flughafen werden wir das Berlin Polo International organisieren. In diesem Rahmen werden wir zwei verschiedene Turniere veranstalten. An dem ersten Turnier, berlin:mixed werden 64 Teams aus der ganzen Welt auf 3 oder vielleicht 4 richtig guten Courts gegeneinander spielen. Am darauf folgenden Wochendende wird das Mallet Dolorosa, das Frauenturnier seine zweite Auflage erleben, In den Tagen dazwischen werden viele fahrradbezogene Veranstaltungen wie Alleycats, Goldsprints und selbstorganisierte Mini-Poloturniere stattfinden.

[via Berlin – Bikepolo]

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Weitere Infos unter Berlin – Bikepolo. Achtung: Das Turnier Mallet Dolorosa findet in White Lake City (Weißensee), dem Austragungsort des legendären whbpc 2010 statt!

World-Klapp 2014: Berlin klappt und ist sexy!

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Dieser Satz aus dem Grußwort des „anständigen Hauptstadvertreters“ zum World-Klapp brannte sich in meine Gehirnwindungen. Infiziert war ich jedoch schon vorher. Wie mich der Ruf des World-Klapp in der Bundeshauptstadt erreichte, kann ich heute nicht mehr genau sagen. Ich weiß nur noch, was ich daraufhin dachte: Du musst dabei sein!
Nun bin ich weder der klassische Klappradliebhaber noch ein echter Liebhaber skurriler Veranstaltungen. Karneval ist mir ein Greuel, nur eine Multikulti-Veranstaltung wir der Karneval der Kulturen lockt mich hinter dem Ofen hervor.
Der World-Klapp erwischte mich gleich mehrfach: Erinnerungen an mein – in frühen Kindheitstagen – geliebtes grünes Klapprad kamen hoch, verbanden sich mit dem Reiz, sportliche Höchstleistungen zu vollbringen und wurden ergänzt durch die Aussicht, einmal wieder Trash auf dem Rad erleben zu können.
Kurz gesagt: ich musste dabei sein.
Doch, was ist eigentlich der World-Klapp? Eigentlich ist es ganz simpel: Ein Radrennen auf mindestens 30 Jahre alten, schaltungsfreien Klapprädern. In Ludwigshafen ersonnen, fand der World-Klapp bereits 2012 und 2013 auf einer Radrennbahn statt. Durch die Fotos von Dan Zoubek, die in der RoadBIKE 09/2012 erschienen waren, wurde diese Veranstaltung auch überregional bekannt.
Einen wichtigen Faktor hatte ich noch nicht erwähnt: den Oberlippenbart, findet doch das Rennen unter dem Motto „Ohne Bart kein Start“ statt. Herren müssen wachsen lassen, Damen haben andere Möglichkeiten. Doch dazu später.

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Der kleine World-Klapp zu Gast beim großen Velothon

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Was für ein Wochenende! Drei Tage im Zeichen des Radsports rund um den World-Klapp und den Velothon. Am 16.05. war bereits das erste Highlight angesagt: Treffen mit der internationalen World-Klapp-Elite und Vorbesprechung zum Rennen. Trotz des bevorstehenden Wettkampfs wurde es ein langer und feuchter Abend. Gelegentliche Textunsicherheiten beim Einüben der World-Klapp-Hymne „Kennst du Ludwigshafen“ konnten durch die Ausgabe von Spickzetteln abgemildert werden.

Zwar war der Abend lang, die Nacht hingegen kurz: die Rennmaschinen mussten nochmals gewartet und tiefer gelegt werden, Ausrüstung, Kleidung und Material gecheckt und bereitgelegt werden.

Nur wenige Stunden später erwartete uns auf der Straße des 17. Juni eine unüberschaubare und unglaublich bunte Menschenmenge. Sozusagen Karneval der Kulturen auf dem Rad.

Die Räder wurden vom 20-Zoll-Beamten akribisch vermessen, die Bärte kontrolliert, die Teams ein letztes Mal fotografiert: das Fest konnte beginnen. Zuvor durften die Fahrer jedoch – angeführt von König Bansah aus Ghana im knallroten Cabrio – eine Ehrenrunde drehen. Die Band „elfmorgen“ spielte dabei live ihren Song „Das Leben ist hart ohne Oberlippenbart“, der lautstark und elfengleich von allen Fahrern mitgesungen wurde. Dann wurde es feierlich: die World-Klapp-Hymne „Kennst du Ludwigshafen“ wurde gesungen und König Bansah nahm den Fahrern den World-Klapp-Schwur ab.

Für unser Team „DSDK – Deutschland sucht den Klapperstar“ sollte es schnell ernst werden: wir sollten bereits als zweite Mannschaft auf die 1,8 km lange Rennstrecke. Vor uns musste die Pfälzer Mannschaft „die Iwwersetzer 6?/1?“ an den Start, im 30-Sekunden-Abstand sollten wir und zwei weitere Teams folgen. Vor Aufregung legten die Iwwersetzer dann auch gleich einen Fehlstart hin, der uns mächtig durcheinander brachte. Dann klappte alles – wortwörtlich: die Iwwersetzer wurden ins Rennen geschickt, wir wurden von vier hübschen Cheerleadern auf der Startrampe festgehalten, das Kommando kam und wir folgten den Pfälzer Klappradartisten. Schnell zeigte sich, dass Training vielleicht überbewertet wird, dies jedoch auch einige Vorzüge haben kann. „Abstimmung“ und „mannschaftliche Geschlossenheit“ waren in der ersten Runde nicht die Attribute, mit denen wir glänzen konnten. Oberlippenbart63 gab das Tempo vor, dem der Rest des Teams – übersetzungsbedingt – anfangs nicht folgen konnte. Erst in der zweiten Runde konnten wir ein harmonischeres Bild abgeben. In der zweiten Runde zeigte sich dann, dass unser Team noch nicht perfekt abgestimmt war. Eric Klappton musste abreißen lassen, so dass Cubation, HipsterLippe und Oberlippenbart63 die letzte Runde in Dreierformation beendeten. Nach exakt 9 Minuten fuhr der dritte Fahrer über die Ziellinie und bescherte unserem Newcomer-Team aus Berlin einen hervorragenden 7ten Platz – 3 Sekunden vor dem erstgestarteten Team, den Iwwersetzern.

Um ehrlich zu sein: nach dem Start-„Klapp“ ging bei uns im Kopf die Post ab. Der World-Klapp war bis zu diesem Moment ein Spaß. Danach war es für exakt neun Minuten ein Rennen fast wie jedes andere auch. Vollgas, Adrenalin, Ziellinie. Erst als wir durch waren, konnten wir uns wieder dem Spaß, der diese Veranstaltung so herausragend machte, hingeben. Einigen anderen Teams ging es offensichtlich auch nicht viel anders: Hart erkämpfte Platzierungen in schrillstem Outfit. Das Gros der Teilnehmer hingegen genoss das Erlebnis World-Klapp in der Hauptstadt, erlebte das riesige Zuschauerinteresse und bot den Anwesenden eine unvergessliche Show.

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Am frühen Samstag folgte der erste offizielle Termin: Fotoshooting mit unserem Sponsor Ronny Hartz (Laktat³) vor demGeschäft.

Mehr Fotos:

Bei allem Spaß: der von uns gefahrene Schnitt von 36 km/h bzw. der vom Siegerteam Madkinxxs gefahrene Schnitt von 39 km/h zeigt sehr schön, dass der Radsport ein High-Tech-Problem hat. Geschwindigkeit ist nur bedingt eine Frage des Materials. Mit passender Übersetzung, genug Kraft und Schnelligkeit lässt sich sogar ein Strohballen beschleunigen. Dennoch muss es immer Carbon sein, dennoch ist es notwendig, ein Rad mit knapp 6 kg zu fahren, um „mithalten“ zu können. Unsere Klappräder waren sicher nicht für Rennen gedacht und würden bei regelmäßiger, längerer Nutzung möglicherweise auch bald den Weg in die nächste Schrottpresse finden. Um uns und ein paar Mitstreiter wieder einmal auf den Boden der Tatsachen zu holen, waren sie jedoch gut genug!