Besi & Friends 2016: Vom Baggersee nach St. Tropez – Etappe 7 und Ruhetag

So. Die erste Woche Besi & Friends / Vom Baggersee nach St. Tropez liegt hinter uns. Wir hatten sieben schöne bis anstrengende Tage, sind durch drei Länder gefahren, haben einen Unfall* und ein gesellschaftliches Highlight** erlebt und genossen einen Ruhetag.

In Zahlen ausgedrückt: 13201 hm, 1032 km, 71 Rennräder, 70 Radsportler, 9 Guides, 7 Helfer, 8 Tage, 8 Städte, 7 Hotels, 6 Begleitfahrzeuge, 3 Staaten, 2 Physiotherapeuten, viele, viele Liter Wasser und Isogetränk, viele Gele, Riegel, Waffeln und diverse kg Mittagsverpflegung.

IMG_3134_800pxSoweit die Kurzfassung. Die Langfassung handelt von großem Glück, von Trauer, Schmerz, Lachen und ganz viel Sport. Rund 80 Personen fahren gemeinsam mit Rennrädern und Begleitfahrzeugen vom hessischen Jügesheim ins französische Aix-les-Bains. Jede/r brachte seine persönliche Geschichte mit, Einige ihre Krankheitsgeschichte, Viele ihre Hoffnungen und wohl Alle große Erwartungen.

IMG_0270_1200pxDa gibt es den Radsportler, der auf vielen Bühnen dieses Landes gestanden hat, in Fernsehproduktionen mitgewirkt hat und eines Tages die Diagnose Multiple Sklerose bekam. Das Theater gab er auf, suchte sich einen Job, bei dem die krankheitsbedingten Ausfallerscheinungen weniger problematisch waren. Er hörte von Besis Geschichte, nahm Kontakt zu ihm auf und kam durch sein Vorbild zum Radsport. Ein anderer Teilnehmer erkrankte an einer weniger bekannten Form des Rheumatismus, konnte zeitweise nur schwer gehen oder laufen und hatte auch auf dem Rad Schmerzen. Ohne wirkliche Erfahrung auf dem Rennrad sagte er zu, als Besi ihm zuriet, mitzukommen. Dann Kati, Moni und Ralf, die viele Leser wohl schon aus den Berichten unserer Barcelona-Tour oder den Fernsehdokus und unserem Kinofilm kennen.

IMG_3325_800pxEs gibt aber auch sehr gut trainierte Sportler, die außer ihrer Liebe zum Radsport und der Bewunderung über Besis Leistung keine besondere Motivation hatten, sich zwei Wochen lang auf dem Sattel durch Europa zu bewegen.

Zwischen diesen Polen finden sich alle anderen Teilnehmer wieder – mit keinen, mehr oder weniger großen gesundheitlichen Einschränkungen und moderatem bis hohem Trainingsumfang.

IMG_3661_1200pxZu Besi & Friends wird dieser bunte Haufen durch den Willen, gemeinsam etwas zu leisten, was die meisten von ihnen alleine nicht schaffen würden. Gemeinsam steigen sie auf das Rennrad, kämpfen sich Hügel und Berge hinauf, rollen vorsichtig oder gekonnt wieder hinab, kommen gemeinsam am Zielort an, gehen Essen, ein Bier trinken, schauen gemeinsam Fußball und vergessen einen Moment lang, dass es ein Leben gibt, bei dem dies alles nicht die oberste Priorität darstellt.

IMG_3672_1200pxMontagmorgen geht es für diesen bunten Haufen, der mehr und mehr zu einem Team wird, auf die achte Etappe. Die Alpen sind fast greifbar, die echten Herausforderungen stehen den Friends noch bevor. Sicher werden nicht alle jede Teiletappe mitfahren können, werden einige Teilnehmer in die Begleitfahrzeuge umsteigen müssen. Viele Grenzen existieren nur in den Köpfen, manche von ihnen bleiben jedoch unüberwindlich. Dennoch sind sich inzwischen alle sicher, dass alle von uns wie kleine Kinder in Saint Tropez ins Mittelmeer springen werden.

*Es gab einen Sturz bei einer Abfahrt. Der Sportlerin geht es – bis auf ein paar oberflächliche Verletzungen – relativ gut.

**Ein Abendessen auf Einladung des deutschen Honorarkonsuls in Genf, Herrn Jean-Marie Probst. Ihm verdanken wir auch die sagenhafte Ankunft in Genf mit Polizeieskorte!IMG_3613_1200pxDas Tagebuch auf Rad statt Rollstuhl:

Die BikeBlogBerlin-Fotoseiten auf Facebook:

Besi & Friends 2016: Vom Baggersee nach St. Tropez – Etappe 3

Heute stand eine leichte Etappe auf dem Programm: von Ehingen am Rande der Schwäbischen Alb ging es in die Nähe des Bodensees: nach Singen/Hohentwiel. 117 km und rund 1000 hm waren angekündigt. Nachdem wir den Abend in Ehingen bei schönem Wetter ausklingen lassen konnten, begrüßte uns der Morgen mit grauem Himmel und der Aussicht auf leichten Regen. Glücklicherweise sollte dieser im Laufe der Etappe nahezu ausbleiben, sodass wir bei meist kühlem aber trockenen Wetter unterwegs waren.

Da die Gruppengröße noch nicht ganz ausgeglichen war, wechselten einige Fahrerinnen und Fahrer in die erste Gruppe, die damit auf über 20 Köpfe bzw. Räder anwuchs. Erstmals fuhren die drei Gruppen getrennt los, um auch langsameren Fahrern ein frühzeitiges Ankommen in Singen zu ermöglichen. IMG_3208_600px

Nach rund einer Stunde überholten wir die eine Viertelstunde früher gestartete Gruppe. Die nächste Gruppe, die eine halbe Stunde zuvor auf die Strecke geschickt wurde, holten wir deutlich später ein. Besi, der bis dahin mit dieser Gruppe gefahren war, wechselte dann wieder in unsere Gruppe.

Eigentlich war geplant, dass Besi von der dritten in die zweite und er erst später in die erste Gruppe  wechseln sollte. Niemand hatte hingegen mit der Kreativität der zweiten Gruppe gerechnet, die die Bademöglichkeit im Schwarzachtalsee ausnutzen wollte.

Schwarzachtalsee (1 von 1)

So kam es, dass Gruppe 3 als zweite Gruppe bei der Mittagsverpflegung ankamen und Uwe (einer der Guides) unter dem Jubel der eintreffenden Fahrer ausrief:

Jetzt sind wir die Gruppe 2!

Einige Minuten später traf dann auch die “Badetruppe” ein. Besi nutzte die Gelegenheit, die unermüdlich arbeitenden Helfer mit einer La Ola aller Fahrer zu ehren.IMG_3279_600px

Landschaftlich erlebten wir ein Highlight nach dem anderen. Die schwäbische Alb hatten wir längst hinter uns gelassen, das Profil war wellig aber nie wirklich steil. Nach so manchem Anstieg hatten wir einen weiten Blick ins Land. Die Sonne, die sich nach dem Mittag langsam durchsetzte, komplettierte das Bild.

Ein besonderes Lob gilt unseren Teammitgliedern, die sich trotz Krankheiten wie Multipler Skelerose (MS) oder anderer Einschränkungen Tag für Tag den Herausforderungen stellen. Mario ist einer von ihnen: 3 Etappen ist er bereits komplett durchgefahren oder besser gesagt: hat er sich hart erkämpft. Super!

IMG_3198_600px

Fotos auf Facebook.
Die Etappe 2 auf Rad-statt-Rollstuhl.de.
Die Etappe 3 auf Rad-statt-Rollstuhl.de.

Besi & Friends 2016: Vom Baggersee nach St. Tropez – Etappe 1

Die erste Etappe führte uns über 135 km von Jügesheim nach Heilbronn. 1450 Höhenmeter (hm) waren angesagt:

Die erste Etappe ist nicht zu schwer und bildet eine ideale Möglichkeit, sich an das Gruppentempo zu gewöhnen und ggf. eine andere Gruppe zu wählen, wenn es nicht passt.

Doch zuvor gab ea eine erste Gelegenheit, die Mitfahrer näher kennenzulernen. Presse, Prominenz und Freunde waren eingeladen, um den rund 70 Fahrern einen guten Start zu wünschen. Dass es dann rund 300 Gäste waren, hat uns dennoch sehr erstaunt. Auch unser Spendenkonto profitierte von dieser Stimmung: vier Schecks über insgesamt 2.000 € wurden an Besi überreicht. Wie immer wird das Geld am Ende der Veranstaltung an die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung überreicht, die an Multipler Sklerose (MS) erkrankte Menschen in Not unterstützt.

Die Rituale waren bekannt: T-Shirts für besondere Gelegenheiten und für die Sponsoren wurden signiert, die letzten gut gefüllten Starterbeutel wurden ausgehändigt. Bei Kaffee und Kuchen wurden noch ein paar nette Worte gewechselt, bevor die erste Gruppe auf die Reise geschickt wurde. Unmittelbar darauf folgten die zweite und dritte Gruppe.IMG_2963_800pxDie ersten Kilometer nach dem Start fuhren wir in einem beeindruckenden Tross von rund 70 Radsportlern. Ein Anblick, den man sonst eher von Jedermannrennen oder RTFs kennt. In diesem Fall hatten aber fast alle Fahrer die neuen Besi & Friends-Trikots und -Hosen an, so dass wir als riesiges Team schon von Weitem zu erkennen waren.

Nachdem sich das Wetter in Hessen in den vergangenen Wochen nicht von seiner besten Seite gezeigt hat – wir alle haben sicher noch die Bilder der überschwemmten Orte in Erinnerung – begrüßte uns der Himmel mit einer recht kompakten Wolkendecke, die von uns jedoch als „freundlich“ eingestuft wurde. Dass es auch anders geht, zeigte uns der Neckar an einigen Staustufen mehr als deutlich: im Bereich des Wehrs war die Wasseroberfläche von Treibgut vollständig bedeckt: Reste des Hochwassers und der Überschwemmungen.

Nachdem sich die drei Gruppen getrennt hatten, fanden wir in unseren Rhythmus. Da die Gegend wellig bis hügelig war, rollten wir fast mühelos mit hohem Tempo dahin. 974_800pxBei Grasellenbach kam dann der erste Anstieg zur knapp über 400 m hoch gelegenen Wegscheide, der noch moderat blieb. Die Abfahrt danach war hingegen atemberaubend: fast 25 km ging es nur bergab. Dann die Mittagsverpflegung. Wie immer wurde quer durch die Auslagen gefuttert. Obst, Gemüse, Kuchen, Brühe, Gummibärchen fanden ihren Weg in hungrige Mäuler.IMG_2988_800pxKurz nach der Mittagsverpflegung durften wir dann die erste „echte“ Steigung zur Moosbrunner Höhe bewältigen. Rund 5 km mit 10 % Steigung ließen erahnen, was uns auf dem Weg nach St. Tropez noch bevorstehen sollte. Aber auch dieser „Hügel“ stellte niemanden vor ernste Probleme, so dass wir nach 137 km zufrieden und bei Sonnenschein in Heilbronn ankamen. IMG_3027_800pxNette Randnotiz: heute fand in Heilbronn die Challenge Heilbronn statt, die mit Triathlon-Strecken vom Sprint bis zur Halbdistanz Athleten angezogen hatte. Und unser Hotel lag genau am Ziel – nette Fachgespräche waren somit vorprogrammiert.

Fazit: Ein recht entspanntes Einrollen zum Kennenlernen! Radfahren im Wohlfühlbereich.

Fotos auf Facebook.
Bericht und Bilder vom Start auf Rad-statt-Rollstuhl.de.
Die Etappe 1 auf Rad-statt-Rollstuhl.de.

Morgen gibt es dann hier die Infos zur Etappe 2.

Besi & Friends 2016: Vom Baggersee nach St. Tropez

Trikot_300pxAm Sonntag, den 19.06.2016, startet die Besi & Friends-Tour 2016 unter dem Motto:

„Von Saint Tropez am Baggersee nach Saint Tropez am Mittelmeer“

Oder als Hashtag ausgedrückt: #VomBaggerseeNachStTropez

Wie schon 2014 wollen wir mit unserer Tour auf die Krankheit Multiple Sklerose (MS) aufmerksam machen, Menschen, die an MS erkrankt sind, Mut machen und Spenden für die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung sammeln. 2014 konnten wir 55.555 € zusammentragen. Ein Ergebnis, das wir dieses Jahr natürlich toppen wollen!

Unsere Team-Website www.rad-statt-rollstuhl.de

Unsere Team-Website www.rad-statt-rollstuhl.de

Was es mit St. Tropez am Baggersee auf sich hat, erfahrt ihr, wenn ihr euch diesen alten Hit der Rodgau Monotones (eine Band aus Besis Heimatstadt) anhört. Vielen Dank an die Band für diese Inspiration!

Die Etappenplanung könnt ihr hier sehen. Detaillierte Berichte werden hier im Blog, unter www.rad-statt-rollstuhl.de sowie auf unseren Facebook-Accounts zu finden sein.

Etappe
Datum
von – nach
KM
HM ↗
1
So, 19.06.16
Jügesheim – Heilbronn
137
1.450
2
Mo, 20.06.16
Heilbronn – Ehingen (Donau)
168
2.740
3
Di, 21.06.16
Ehingen – Singen/Hohentwiel
117
1.030
4
Mi, 22.06.16
Singen – Delémont (Delsberg) [CH]
170
2.360
5
Do, 23.06.16
Delsberg [CH] – Pontarlier [FR]
129
1.840
6
Fr, 24.06.16
Pontarlier [FR] – Genève (Genf) [CH]
138
1.660
7
Sa, 25.06.16
Genf [CH] – Aix-les-Bains [FR]
147
2.470
Ruhetag
So, 26.06.16
Aix-les-Bains [FR]
optional: 88
optional: 1.800
8
Mo, 27.06.16
Aix-les-Bains – La Chambre [FR]
126
2.310
9
Di, 28.06.16
La Chambre – La Salette [FR]
126
3.840
10
Mi, 29.06.16
La Salette – Sisteron [FR]
127
1.980
11
Do, 30.06.16
Sisteron – Sainte Tulle [FR]
180
3.210
12
Fr, 01.07.16
Ste. Tulle – Saint-Tropez [FR]
163
2.130

Fahrradsternfahrt 2016

Nicht vergessen: morgen ist die traditionelle Fahrradsternfahrt des ADFC-Berlin. Und zugleich fast die letzte Gelegenheit, den Antrag auf Einleitung des Volksbegehrens für den Volksentscheid Fahrrad zu unterschreiben.

Hier sind alle Treffpunkte und Strecken zu finden:

adfc-sternfahrt-2016_buttonoben_o.schnittmarken-l