BikeBlogBerlin macht Pause
0Liebe Leserinnen und Leser,
hiermit verabschiedet sich BikeBlogBerlin für unbestimmte Zeit von Ihnen/Euch. Als ich mit dieser Idee begann war es ein neues Hobby. Inzwischen ist der Blog nicht mehr als Hobby zu betreiben. Um alle Ansprüche daran zufriedenzustellen müsste er mindestens semiprofessionell betrieben werden. Eine Zeit lang habe ich versucht, diesem (selbst gesteckten) Anspruch gerecht zu werden und rund 20 Stunden in der Woche in den Blog investiert.
Ein Aufwand, der in keiner Relation zum Ergebnis stand und den ich nicht mehr leisten möchte und kann.
Ich habe in den letzten Jahren genug Blogs kennengelernt, die qualitativ gleich-oder höherwertig sind. Es bleibt also keine Lücke, die irgendwie zu füllen wäre.
Meine Empfehlungen:
Tschüss sagt Ihr/Euer BikeBlogBerlin
Bicycle Day
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© Stepan / Wikipedia
Heute vor 69 Jahren wurde der erste wissenschaftliche Selbstversuch mit der halluzinogenen Substanz Lysergsäurediethylamid, besser bekannt als LSD durchgeführt.
“Schon auf dem Heimweg mit dem Fahrrad […] nahm mein Zustand bedrohliche Formen an. Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel. Auch hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad nicht vom Fleck zu kommen. Indessen sagte mir später meine Assistentin, wir seien sehr schnell gefahren.”
Albert Hofmann: Protokoll des LSD-Selbstversuchs
Zitiert aus: Wolfgang Schmidbauer, Jürgen vom Scheidt: Handbuch der Rauschdrogen. Fischer, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16277-7
[via Wikipedia]
Dieser Tag wurde später als “Bicycle Day” bezeichnet und wird seitdem in bestimmten Kreisen “gefeiert”.
Eine im Nachhinein nette Anekdote. Natürlich soll hierdurch die Rolle von suchtauslösenden Substanzen nicht relativiert werden. Der 2008 verstorbene Albert Hofmann hatte damals nach neuen Arzneistoffen geforscht und gilt heute als einer der herausragenden zeitgenössischen Wissenschaftler.
Startplätze für das ZKRD Charity Radrennen am 06. Mai in Ulm
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Im Rahmen des 6. Ulmer Stadtlaufes findet das ZKRD Charity Radrennen statt. Am 6. Mai 2012 geht es ab 15:30 Uhr auf die Rundstrecke rund um das Ulmer Münster über eine Distanz von 40 km. Das Team “Wir spenden Leben – Radsportler für die Knochenmarkspende” bietet für dieses Rennen einige freie Startplätze an.
Weitere Informationen findet ihr unter www.ulmer-stadtlauf.de oder auf Anfrage bei mir.
Die Teilnahme am Radrennen kann ausschließlich über eine Einladung erfolgen.
Hier der Link zu unserer Teamseite: www.wir-spenden-leben.de
Rotlicht-Therapie
5Ein soziologisches Phänomen geistert durch unsere Straßen. Brave Bürger hetzen bei Rot über Straßen, Radfahrer fahren hektisch über Kreuzungen und Autofahrer geben Gas, sobald die Ampel auf Gelb springt.
In lang zurückliegenden Zeiten wurde die Ampel wie ein Sinnbild der Verkehrsgötter verehrt. Zwar wurde nicht um sie herumgetanzt wie um das goldene Kalb. Dennoch war sie nahezu heilig. Stand sie auf Rot, stand auch der Verkehr. Zeigte sie Grün, setze sich alles in Bewegung. Mythen und Sagen erzählen heute noch davon. Heute finden Forscher noch Reste dieses antrainierten Verhaltens bei älteren Mitmenschen. Bereits jetzt fürchten Vertreter dieser Zunft, dass bald der letzte Ampeltreue ausgestorben sein könnte. Problematisch daran ist, dass mit dem Verschwinden der liebevoll „Ampelmenschen“ genannten Spezies die Forschung ihrer Objekte beraubt sein wird. Anstelle von Soziologen wird es dann zukünftig Aufgabe von Historikern sein, dieses Phänomen der Vergangenheit zu untersuchen.
Doch was bedeutet diese Veränderung für unseren Verkehr?
Ein Bekannter, selber der Fahrradkultur zugeneigt, sprach letztens von einem Wertewandel. Was ist, wenn dieses Verhalten ein natürlicher, quasi evolutionärer Vorgang sei? Nur diejenigen, die noch an alten Werten festhielten, würden das Bei-Rot-Fahren nicht billigen. Ich stimmte ihm nicht zu: Weniger aus rationalen Gründen, vielmehr aus Abneigung gegen die Vorstellung, ich müsste mein Denken verändern.
Doch bevor die Frage des Wohin geklärt werden kann, sollte versucht werden, das Warum zu erklären.
Eine These versucht, das Phänomen aus medizinischer Sicht zu betrachten. Diese stuft das Rot der Ampel als allergieauslösenden Faktor, einem Allergen gleich, ein. Die rote Ampel löse beim Patienten einen Reflex aus. Der so Angetriebene könne dann nur noch unter Mühen zum Halten gebracht werden. Das Halten an roten Ampeln könnte den Betroffenen zwar durch Erziehung beigebracht werden, setze jedoch voraus, dass die Erziehenden nicht derselben unheilvollen Krankheit anheim gefallen sind.
Hartnäckig hält sich ein weiteres Gerücht. Die bei Rot Fahrenden hielten das Anhalten vor Kreuzungen für spießig und das Weiterfahren für einen nahezu revolutionären Akt der Befreiung. Frei nach Rosa ist schließlich Freiheit immer die Freiheit der Andersfahrenden. Wer hält, verliert. Von den Radfahrern lernen heißt siegen lernen. Um mit Pittiplatsch dem Lieben eine weitere Figur der Zeitgeschichte zu zitieren: „Da kannste nix machen!“
Möglicherweise stimmt dies alles nicht und das Ignorieren der Ampel geschieht wegen einer von mir nur noch nicht wahrgenommenen Umkehr der Machtverhältnisse: Nicht mehr der Radfahrer muss halten, ausweichen, nicht mehr der Drahtesel-Lenker ist das Opfer, sondern der Pkw-Fahrer? Vielleicht würde sich das Auto bei einem Unfall um mich herumschmiegen wie eine Decke um meine Beine beim heimischen Videoabend mit Filmen von der Tour de France? Sind wir inzwischen unverletzlich wie Superman, könnten jederzeit unbehelligt über jede noch so belebte Kreuzung fahren und haben es nur noch nicht bemerkt? Leise Zweifel bleiben.
Wohin geht also unsere Reise entlang der roten Ampeln? Zu einem riesigen Shared Space? Zu Städten, die eine einzige verkehrsberuhigte Zone sind, miteinander verbunden durch ICE-Gleise und ein Netz von Autobahnen – gigantischen Reservaten für Automobilisten?
Es scheint, als wäre ein Faktor nicht berücksichtigt worden. Dieser stammt erneut aus einer medizinischen Betrachtungsweise. Was ist, wenn dieses Phänomen wie ein Virus wirkt? Wenn Autofahrer – aufgrund der stets allgegenwärtigen zweigeräderten Ampelverweigerer gezwungen, die Geschwindigkeit auf Schritttempo zu drosseln – von Radfahrern lernen? Wenn auch Pkws einfach bei Rot fahren, den Shared Space annehmen und sich überall dort breit machen, wo sie schon als verdrängt galten? Dann wären wir Radfahrer endlich genau das, was wir schon immer sein wollten: Speerspitze einer kulturellen und mora -lischen Erneuerung, Heilsbringer. Sicher erkennt die Autoindustrie dieses Potenzial beizeiten und wird es hoffentlich zu würdigen wissen. Das klingt zu pessimistisch? Natürlich bleibt die Hoffnung, dass Autofahrer irgendwann einsehen, dass es in der Stadt kaum einen Sinn hat, eine Tonne Blech zu bewegen, wenn man vergleichbar schnell auch preiswerter vorankommen kann. Bekanntlich
stirbt die Hoffnung ja zuletzt.
Wir werden unwissenschaftlich, stellen Vermutungen an, wo Beweise gefragt sind. Diese beizubringen wird Aufgabe für die Zukunft sein. Vielleicht gibt es eines Tages eine Retrobewegung, quasi eine Rotlicht-Therapie, die das Bei-Grün-Gehen wieder attraktiv werden lässt. Fakt ist, dass das Nicht-Halten an roten Ampeln in gewissen Gegenden zu einem verbindenden sozialen Faktor wird: Der, der hält, grenzt sich ab. Er bleibt zurück – und wer möchte schon gern zurückbleiben? Nur der, der fährt, ist sozial. Eine schöne Idee.
Beim nächsten Ampelstopp werde ich darüber nachdenken.
Ihr Rot/Grün-Experte
BikeBlogger.de
Der Artikel ist im Original im Mitgliedermagazin des ADFC Berlin, radzeit Ausgabe 2/2012 in der Rubrik Feuilleton erschienen. Vielen Dank an OL für die Erlaubnis, seinen Cartoon an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen!
4. IndoorCycling Team-Marathon: das Video
0Vielen Dank an Holger Werth vom Storck Store Berlin für das Filmen sowie den Schnitt!
Vorträge 2012: Vietnam
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© Hans Neumann / www.ballinatrillick.de
Man hatte mich gewarnt! Mit dem Fahrrad durch Vietnam zu fahren erachteten einige als nicht so gute Idee.
Mit einem abenteuerlichen Boot (es war eher ein Seelenverkäufer!) war ich auf dem Mekong von Phnom Penh nach Chau Doc gefahren, einer Kleinstadt im Norden des Mekong-Deltas. Parallel zu dem gigantischen Strom radelte ich zunächst nach Süden.Auf den Straßen bewegten sich nur wenige Autos, dafür aber Zehntausende von Mopeds. Damit nicht genug – jeder bediente seine Hupe im Sekundentakt. Dazu kamen die sonoren und trommelfellzerfetzenden „Schiffshörner“ der Lkw und Busse. Das Hupen bedeutet: Weg da – jetzt komme ich!
Der Lärm und die aggressive Fahrweise aller Verkehrsteilnehmer waren manchmal unerträglich! In völlig unübersichtlichen Kurven und an Bergen wurde ohne Rücksicht überholt, was nicht immer glimpflich abging.
Wettgemacht wurde das sehr gewöhnungsbedürftige Fahrverhalten allerdings durch die Landschaft rechts und links der Straße: Sattgrüne Reisfelder, auf denen Bauern in bunter Kleidung und mit runden Reisstrohhüten arbeiteten; eine herrliche Küstenstraße; Bergdörfer, in denen ethnische Minderheiten ungläubig mein voll bepacktes Fahrrad bestaunten.
[via]



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