Die VELOBerlin hat begonnen. Bei sommerlichen Temperaturen (danke @Klimawandel!) fanden leider nicht so viele Besucher wie gedacht in die Messehallen am Funkturm. Schade, denn die VELO bietet in diesem Jahr erneut eine gelungene Mischung aus Radverkehrspolitik, Reiseinfos, Technik von Fixie bis E-Bike, Testparcours und Sport.
Auch Sven Marx (Sven Globetrotter) ist mit einem Stand vertreten und konnte sich heute dem Berliner Publikum bei einem gut besuchten Vortrag nochmals vorstellen. Wer ihn verpasst hat: morgen um 10:45 Uhr gibt es erneut Gelegenheit, seinen Vortrag zu sehen.
Die VELOBerlin in den Messehallen am Funkturm ist am Sonntag von 10-18 Uhr geöffnet. Um 10:30 Uhr startet die VELO Classico-Ausfahrt am Gendarmenmarkt. Die historische Ausfahrt „auf alten Rädern und in feinem Zwirn!“ führt über 20 km zur VELOBerlin und wird von der Fahrradstaffel der Berliner Polizei begleitet.
Alle Veranstaltungen der VELOBerlin gibt es im Rahmenprogramm-Flyer zum Nachlesen.
Sven Marx, weltumradelnder Weißenseer, ist wieder unterwegs. Montag Morgen fliegt er nach Japan, um einen 2.500 km-Trip durch den Süden des Landes zu unternehmen. Natürlich mit seinem neuen Reiserad, dem „Donkey junior“.
Sven am Antonplatz. Berlin-Weißensee
Ob er aufgeregt sei, fragte ich ihn während eines letzten Telefonats vor der Abreise. „Normal“ antwortete er. Nur, als er beim Packen etwas nicht finden konnte, da war er doch aufgeregt.
Ein fremdes Land, eine fremde Sprache, eine fremde Kultur: Und vielleicht auch fremde Verkehrszeichen? Sven ist da recht enspannt: „Du bekommst schon mit, was die Verkehrszeichen bedeuten. Vor Ort lernt man so etwas viel schneller, als zu Hause.“ Weiterlesen →
Sven Marx ist Weißenseer, Tauchlehrer, Motorradfahrer, Globetrotter. Aber er ist auch Radfahrer, Tumorpatient, Ehemann, Mutmacher. Einen Teil davon musste er aufgeben, einen anderen Teil hat er neu entdeckt.
Sven vor dem Kino Toni, Antonplatz
In der DDR war Sven Hausmeister und schraubte „nebenberuflich“ an alten Wehrmachtsmotorrädern und US-Maschinen, die er unter abenteuerlichen Umständen sowjetischen Soldaten abkaufte. Nach der Maueröffnung lebte Sven einige Jahre in Ägypten, wo er als Tauchlehrer arbeitete. 2009 wurde ein lebensbedrohlicher Tumor festgestellt, der in seinem Kopf entstanden war. Eine OP war – weitgehend – erfolgreich, Sven danach jedoch ein Pflegefall. Seine Freundin hielt zu ihm, unterstütze und – heiratete ihn.
Das Radfahren – für viele Menschen alltägliches Sportgerät oder Verkehrsmittel – wurde für Sven zum Bestandteil seiner Therapie.
Ich fuhr fortan jeden Tag Rad. Mein erstes Ziel war das Brandenburger Tor (7 km entfernt von meiner Haustür) nach zwei Monaten war es geschafft.
Vom Hilfsmittel bei der Reha zum Hobby und Lebensinhalt war es dann nur noch ein „kleiner“ Schritt:
Mittlerweile war ich in 23 europäischen Ländern, den USA und habe dreizehn Hauptstädte mit dem Rad besucht. Insgesamt habe ich 35.000 km zurückgelegt …
2011 erhielt er erneut eine schwere Diagnose: schwarzer Hautkrebs, ebenfalls lebensbedrohlich, ebenfalls durch Operationen in Schach zu halten. 2014 lernte Sven Karl Grandt kennen, der mit seiner Initiative „Inklusion braucht Aktion“ dazu beitragen will, Krankheit und Behinderung als Teil unseres Lebens anzusehen, Kranke und Behinderte folglich an allen Facetten des sozialen Lebens teilhaben zu lassen. Für Sven Wasser auf die Mühlen. Durch seine Vorträge hat er erlebt, wie viel Motivation und Unterstützung Menschen in vergleichbaren Lebenssituationen durch sein Beispiel erfahren. 2015 wird er mit Karl für „Inklusion braucht Aktion“ in die Pedale treten. Sven sieht dies als eine neue Etappe in seinem langfristigen Plan, die Welt bis 2017 mit dem Rad zu erfahren.
BikeBlogBerlin traf „Sven Globetrotter“ in seinem Heimatbezirk Weißensee und ließ sich den Bezirk während einer Radtour vorstellen. Mehr über Sven erfährt man auf seiner Webseite Sven Marx – Vom Pflegefall zum Globetrotter auf dem Rad.
Im neuen Jahr kann man Sven wieder mit seinem Vortrag „Vom Pflegefall zum Globetrotter auf dem Fahrrad“ sehen. Demnächst wird dann auch der neue Vortrag „Die Route 66, der Donkey und ich“ zu sehen sein. Die Termine sind auf seiner Webseite zu finden. BikeBlogBerlin wird darauf gesondert hinweisen. Alle Zitate stammen ebenfalls von der o.g. Webseite.
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