Abmahnwahn nun auch in der Radindustrie?

Update: Inzwischen traf eine sehr ausführliche E-Mail der Firma Schwalbe bei mir ein, in der sich die Firma für das Vorgehen entschuldigte und ankündigte, dass den betroffenen Händlern keine Kosten entstehen würden, wenn diese die Unterlassungserklärungen unterzeichneten. Aus meiner Sicht ein richtiger und vernünftiger Schritt.

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Am 05. Mai wurde gezwitschert: Die Firma Ralf Bohle GmbH (bekannt für die Schwalbe-Fahrradreifen) soll, vertreten durch ein Anwaltsbüro, Onlineshops wegen der nicht genehmigten Verwendung von Produktabbildungen kostenpflichtig abgemahnt haben.

Zu den Fakten:
Lt. Angaben des Anbieters tomsbikecorner.de hatten sie tatsächlich Produktabbildungen der Firma Bohle ohne schriftliche Zustimmung online veröffentlicht. Soweit so schlecht.

Gemäß deutschem Urheberrecht besitzt die Person, die ein Werk mit einer gewissen „Gestaltungshöhe“ geschaffen hat, das ausschließliche Recht, dieses Werk zu verwerten, d. h. zu veröffentlichen oder anderen die Nutzung zu gewähren. Anm.: da dieses Recht ausschließlich natürlichen Personen zusteht ist davon auszugehen, dass die Firma Ralf Bohle GmbH nicht wegen einer Urheberrechtsverletzung abmahnen lassen dürfte. Juristische Spitzfindigkeiten möchte ich mir an dieser Stelle allerdings sparen.

Rechtlich gesehen hat der Urheber somit das Recht, die nicht zulässige Nutzung seines Werkes zu unterbinden. Dies auch mit dem Mittel der Abmahnung, die in Deutschland mit Gebühren von mehreren Hundert Euro verbunden sein kann (in vorliegendem Fall lt. Aussage der Betroffenen knapp 1.000,- €).

Auf Anfragen von verschiedenen Seiten bei der Firma (u.a. vom Publizisten und Blogger Thomas Knüwer und von mir) gab es bislang keine Antworten.

Gemäß Aussagen auf deren Websites sind weiterhin die folgenden Onlineshops betroffen:

Da mir noch keine Darstellung der Firma Ralf Bohle GmbH vorliegt könnte natürlich die Mutmaßung von Thomas Knüwer zutreffen, dass es sich hierbei um eine PR-Aktion der betroffenen Shopbetreiber handelt. Die Klickraten auf deren Seiten schnellen natürlich im Moment in die Höhe…

Dem steht entgegen, dass die Verbreitung einer solchen Falschmeldung ein sehr teures Unternehmen darstellen würde, da sich das „Opfer“ einer solchen Falschmeldung mit juristischen Mitteln bis hin zur Verleumdungs- und Schadenersatzklage wehren kann.

Diesbezüglich warte ich gern die Darstellung der Firma Ralf Bohle GmbH ab.

Sollte die Darstellung der drei genannten Shopbetreiber zutreffen würde sich für mich die Frage stellen, welchen Nutzen eine bekannte Marke wie Schwalbe mit einer derartigen Abmahnung verbinden könnte. „tomsbikecorner.de“ ist neben dem Onlinehandel auch ein niedergelassener Fahrradhändler, der nach eigener Aussage seine Ware vom Großhandel bezieht. Es handelt sich hierbei nicht um den berüchtigten „grauen Markt“. Ein Absatz der Reifen durch diesen Händler und die Werbung mit Produktabbildungen der Firma Bohle kommt also sowohl dem Großhandel wie auch dem Hersteller zugute.

Dass ein Formfehler begangen wurde ist unstrittig, unter Geschäftspartnern sollte aber sicher ein formloses Schreiben mit einem entsprechenden Hinweis ausreichen.

Befremdlich findet dies

Ihr/Euer BikeBlogger

RADschlag

… in der Bernhard-Grzimek-Grundschule, Berlin

In zehn ausgewählten Einrichtungen in Bonn, Köln und Berlin werden an den Pilot-Kitas, -Schulen und -Vereinen in Absprache mit den Pädagogen der Einrichtungen verschiedene Herangehensweisen und Methoden zur Vermittlung von Fahrrad-Inhalten in Theorie und Praxis erprobt.

In Bernhard-Grzimek-Grundschule wird es einen Pilotversuch zur „Vorbereitung auf die Radprüfung“ geben. Dieser soll spielerisch aber auch durch konkrete Beispiele für Gefahrensituationen Kindern der 3. + 4. Klassen helfen, nicht nur die Prüfung zu bestehen, sondern sich auch wirklich sicher im Verkehr bewegen zu können. Ganz wichtig: auch die eigenen Räder der Kinder werden dabei auf Sicherheit überprüft.

Eine Auswertung des Pilotversuchs wird Ende Juni im RADschlag-Portal veröffentlicht.

RADschlag, das Portals rund ums Rad wird betrieben von VCD, ACE und der Sporthochschule in Köln.

Hoffentlich erlaubt der Lehrplan, den Kindern tatsächlich praxisnahe Hinweise zum Radfahren im Straßenverkehr zu vermitteln. Es geht sicher vielen Rad fahrenden Eltern so wie mir, dass unsinnige  oder gar gefährliche Verhaltensweisen, die Kinder bei der Verkehrserziehung in der Schule lernen, nachträglich wieder abtrainiert werden müssen. Ein Beispiel ist das generelle Einscheren in Parklücken oder das Abbiegen mit ausgestrecktem Arm. Ein Dilemma: das Kind macht alles „richtig“  – jedenfalls so, wie es in der Verkehrsschule erlernt wurde. Wenn ich dies korrigiere, könnte es sein, dass mein Kind in der Radfahrprüfung genau deshalb nicht besteht. Das Bestehen der Radprüfung ist aber auf jeden Fall ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts – auch in den Augen der Kinder.

kommentierte Ihr/Euer BikeBlogger

Die ADFC-Radreiseanalyse 2010

Welcher Radfernweg wurde 2009 am häufigsten befahren, welcher taucht am häufigsten in den Reiseplanungen 2010 auf? Welcher Radfernweg war 2009 der beliebteste, welche Wege waren weniger beliebt?

Antworten auf diese (und andere) Fragen – gibt die ADFC-Radreiseanalyse 2010

Quelle: ADFC 2010

Wer in dieser Statistik die für Berlin interessanten Wege sucht wird jedoch enttäuscht. Keiner von ihnen erhielt bei der Umfrage mehr als 3 % der Stimmen, so dass Deutschlands Osten nur durch den Elbe-Radweg vertreten ist.

Für den Lokalkolorit muss man da schon woanders suchen: Die Zeit hat für den Artikel Radwanderwege die Analyse des ADFC in eine (etwas eigenwilligen) Deutschlandkarte eingearbeitet. Hier finden sich dann auch die für Berliner interessanten Radfernwege wie den Berlin-Usedom-Radweg, den Radweg Berlin-Kopenhagen oder den Europaradweg.

Schade, das hätte ich auch gern beim ADFC gefunden

sagt Ihr/Euer BikeBlogger

Tätätäää!

Danke für den Tusch.

Gestern war Rekordblogtag. 75 Zugriffe an einem Tag! Leider habe ich keine rechte Ahnung, warum. Die Kunstaktion am Rosenthaler Platz (s. Artikel art attack) hat mir viele Klicks über Google & Co. gebracht. Aber das war auch nur ein Teil der Klicks. Vielleicht war auch das weniger gute Wetter nach dem (wie ich mir sagen ließ) wunderschönen Wochenende Schuld, dass viele Surfer statt des Streetsurfin’s das Internetsurfin‘  bevorzugten.

Vielleicht erfahre ich es auch nie. Auf jeden Fall ist es schön zu sehen, wie dieser kleine Blog innerhalb von wenigen Monaten gewachsen ist. Dankeschön!

sagt Ihr/Euer BikeBlogger

Fahrradfallen melden

… titelt Rad-Spannerei blog. Der Artikel verweist auf eine neue Aktion des ADFC Berlin: für Radfahrer gefährliche Stellen sollen per E-Mail an die Radzeit (kontakt at radzeit punkt de) gemeldet werden. Diese Stellen werden auf einer Google-Maps-Karte eingetragen und sollen dann unter der Adresse fahrradfallen.adfc-berlin.de abrufbar sein.

Kritik:

Eine sinnvolle Aktion. Leider wird darauf nur in der Radzeit hingewiesen. Auf der Homepage des ADFC Berlin gibt es keinen Hinweis dazu, auch werden ADFC-Mitglieder nicht per E-Mail etc. darauf hingewiesen.

Ein Manko ist, dass der Link ohne aktiviertes JavaScript automatisch auf eine für Handys optimierte Seite ohne Karte bzw. Kontaktdaten verweist. Da könnte man noch nachbessern.

Findet Ihr/Euer BikeBlogger