What a Trip – Maximilian Semsch auf neuen Wegen

Maximilian Semsch ist seit seiner beeindruckenden Radreise nach Singapur in der Fahrradszene kein Unbekannter mehr. Sein Film „What a Trip“ hat einige Preise erhalten und ist eine hervorragende und unterhaltsame Dokumentation dieses Erlebnisses. Diejenigen, die sich noch nicht dazu durchringen konnten, die DVD zu erwerben, können vom 01.11. – 15.12. auf www.what-a-trip.de/videotagebuch.html den Film online ansehen. Wegen der besseren Qualität der DVD lohnt es sich dennoch, hierfür etwas Geld auszugeben!

© Maximilian Semsch

Nun bereitet sich Maximilian auf ein neues Abenteuer vor. Nicht weniger ambitioniert, aber bedeutend professioneller vorbereitet als der Trip nach Südostasien nimmt sich Maximilian den fünften Kontinent zum Ziel. Australien ist für viele Europäer Synonym für Weite, Aborigines, Känguruhs und ewigen Sommer. Kaum jemand wird dieser Assoziationskette das Stichwort „Radfahren“ anfügen.

What a Trip führt Maximilian ab Dezember einmal um Australien herum – mit einem E-Bike. Wieso er dieses Fortbewegungsmittel wählte ist auf seiner Website oder auch live auf der Fahrradmesse abgefahren vom 18. – 20. November 2011 in Leipzig zu erfahren. Leider musste der Auftritt von Maximilian auf der Berliner Messe ReiseWelt abgesagt werden.

© Maximilian Semsch

BikeBlogBerlin wünscht Maximilian viel Glück und Erfolg bei seinem nächsten Trip!

5 Gedanken zu “What a Trip – Maximilian Semsch auf neuen Wegen

  1. Bin ich eigentlich der einzige, der diese From von Aussteiger-Selbstvermarktung überflüssig findet?

    Ich finde es toll, wenn Leute große Leistungen mit dem Rad vollbringen, aber muss das alles komplett medial ausgeschlachtet werden? Ich dachte, dass Leute früher solche Extremreisen für sich selbst gemacht haben. Heute scheint es nur noch ein Geschäftsmodell zu sein.

    Ich habe mir den Film angeschaut und fand ihn eher schwer zu ertragen. Er ist voll von Banalitäten und Trivialitäten, wie „das Klima in der Wüste ist sehr trocken“. Dem Fahrer scheint es in erster Linie um seine Selbstvermarktung zu gehen, als um irgendwas anderes. Kultureller Austausch oder sonstiger Erkenntnisgewinn findet kaum statt.

    Für die kommende Australien-Reise ist wohl noch einiges mehr zu erwarten, die Team-Seite auf der Homepage zeigt das ganz gut. Der Fahrer ist „Produzent Regisseur Hauptdarsteller“, danach kommt der Manager und die PR-Expertin, gefolgt von Kameramann, Kameraassistenten, Buchhaltung und Onlineversand. Der Shop befindet sich im Moment noch im Aufbau, DVD und Soundtrack auf CD sind aber schon auf A***zon erhältlich.

    Schöne neue Welt…

    • Hallo Rod,
      dass dir das nicht gefällt ist deine persönliche Sache, darüber muss man gar nicht streiten.

      Aber dass „früher“ so etwas aus purem Idealismus gemacht wurde, das möchte ich nicht so stehen lassen.
      Schau dir die Vorbilder der Abenteurer von heute an: Scott, Amundsen, Shackleton, Sir Edmund Hillary etc.
      pp. Sie waren von Abenteuerlust, aber auch von nationalem Ehrgeiz getrieben und haben nicht zuletzt wegen des erwarteten Ruhms ihre Expeditionen durchgeführt. Auch Reinhold Messner, Arved Fuchs, Tilman Waldthaler oder Rüdiger Nehberg sind Profis, die aus einem – sicher ursprünglich ganz persönlichen – Antrieb heraus herausragendes geleistet haben und daraus einen Beruf gemacht haben. Nun war es früher schwerer, eine Reise, ein Abenteuer oder eine Expedition medial auszuschlachten, inzwischen aber ist nur noch ein geringer technischer Aufwand nötig, um sehenswerte Ergebnisse und ein großes Maß an Aufmerksamkeit zu erzielen, für die man früher ein ganzes Filmteam – und einen Stern oder Spiegel im Hintergrund – benötigt hat. Viele Reisende / Abenteurer tun dies inzwischen. Viele in bescheidenem Umfang, manche in größerem. Wer das Glück hat, „entdeckt“ zu werden, muss sich irgendwann die Frage stellen, wohin der Weg geht.
      Die Gratwanderung ist dann die Frage, ob der „Job“ mit bescheidenen Mitteln durchgeführt wird, bodenständig bleibt aber dafür auch weniger einträglich ist – mit der Folge, weitere Touren nur mit Mühe finanzieren zu können, oder ob man richtig ins Geschäft einsteigt, maximalen Ertrag herausholt, um davon leben zu können und zukünftige Reisen ohne Geldsorgen durchführen zu können – auf die Gefahr hin, eventuell dafür aber die Bodenhaftung zu verlieren.
      Maximilian scheint einen Weg gefunden zu haben, von seinen Reisen leben zu können. Aus meiner Sicht eine
      tolle Sache. Wer ihm dabei zusehen möchte kann es tun. Wer nicht, muss doch nicht. Ob dadurch seine Reisen weniger sozial verträglich sind als das, was wir jedes Jahr machen, wenn wir nach Skandinavien, Irland
      oder nach Mallorca fahren, kann man diskutieren. Ob man zu einem endgültigen Ergebnis kommt, bezweifle ich jedoch.
      Gruß, Andreas

  2. Erstmal bin ich beeindruckt, wenn jemand so etwas durchzieht. Du hast aber nicht ganz Unrecht, wenn von Hauptdarsteller, Manager, etc gesprochen wird… Naja, er macht es halt professionell und will sich seinen nächsten Trip finanzieren, oder? Trotzdem hast Du Recht, dass die Wüste trocken ist wusste ich auch schon.

  3. Ganz passend: gerade hat ein australischer Polizist einen Weltrekord beim „Race around Australia“ aufgestellt: er umrundete sein Land in weniger als 38 Tagen. 20.000 $ Spenden konnten er und sein Team dabei für den Royal Flying Doctor Service zusammentragen.
    Hier der Link zu einem Beitrag auf Prime7.

  4. @Bikeblogger:

    Ja, früher war es schwerer, aber damit sinkt heute eben auch der Seltenheitswert von solch einer Aktion. Der erste, der 200 Tage am Stück Rad fährt ist er jedenfalls schon lange nicht mehr.

    Ich finde es überzogen, aus jeder mehrmonatigen Radtour einen Kinofilm mit Soundtrack zu machen. Und, wenn ich mir die Pressemappe auf der Seite anschaue, wird mir von der Menge an Product Placement schon fast schlecht.

    Vielleicht bin ich auch zu naiv idealistisch, aber ich finde es viel spannender, wenn der Sysadmin by Bike aus seinem Urlaub mit Liegerad schreibt, aber das ist wohl Geschmackssache.

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