Mein Vätternrunden-Tagebuch

Tag – 1

Ankunft und Erste Nachtfahrt in Schweden

Zugegeben, man kann seine Vorbereitung auch effektiver gestalten. Nach einer sehr schönen Hochzeitsfeier bei Freunden und einer viel zu kurzen Nacht hieß es Sonntag früh: Sverige, vi kommer! Kurz nach Mitternacht waren wir dann am Ziel in Värmland, Mittelschweden.

Die ersten zwei Tage  vergingen mit einer Mischung aus Arbeit und Entspannung. Die Wasserpumpe in Betrieb bringen, den Steg herausbringen, die Sommerhütte nach der „Winterruhe“ wieder bewohnbar machen.

mitt i naturen

Ein wenig Sightseeing, Einkaufen und die Sonne genießen. Für das Fahrrad hatte ich nicht viel Zeit und Muße.

Dienstag abend war es dann aber so weit: Meine Rennradpremiere in Schweden. Das Rad inklusive Reflektoren, Beleuchtung und etwas robusteren (und reflektierenden) Reifen nachtfahrttauglich ausgerüstet, ich selber fast winterlich gekleidet – das Thermometer zeigte 12 °C. Los ging es um 22:50 Uhr – ungefähr zu dieser Zeit würde ich in Motala an den Start gehen. Es ist um diese Zeit noch hell, der Scheinwerfer taugt auch in der hellsten Einstellung eher als Positionslicht.

© Britta Münster

Vorbei an dumm glotzenden Kühen ließ ich das Rad in Richtung Norden rollen: nach Sunnemo. 10 km an „unserem“ See entlang, dann 20 km das eiszeitliche Flussbett des Klarälven entlang. Gegen 24 Uhr wurde es einigermaßen dunkel, so dass auch die Beleuchtung ihren Zweck erfüllte. Am Straßenrand ein brauner, felliger Kopf. Eine Katze? Schnepfenvögel nutzen die noch vorhandene Wärme des Asphalts und werden von mir aufgeschreckt.

Gegen Mitternacht erreichte ich Sunnemo. Endlich fand ich auch die Einstellung, um an meinem Radcomputer das Licht einschalten zu können. Was man alles bedenken muss … Natürlich war ich die Hinfahrt wieder einmal zu schnell angegangen. Die Gegend ist zwar nicht bergig, aber recht wellig, so dass ich hier die Kräfte anders einteilen sollte als zuhause im Flachland. Gut, dass der Rückweg hauptsächlich bergab ging, so dass ich z.T. mit > 50 km/h Richtung Hütte fahren konnte.

An einer kleinen Kuppe ging ich in den Wiegetritt, kurbelte mich ruhig empor. Da: wieder der braune Kopf, diesmal mit Körper: dickes Fell, buschiger, langer Schwanz. Ein Marder, möglicherweise ein Vielfraß, einer der vier Räuber Mittelschwedens. Gleichzeitig der einzige, dem ich hier abends auf der Straße begegnen möchte.

Gegen 1 Uhr morgens ging diese Nachtfahrt zuende, nicht viel später fiel ich müde ins Bett. Ein neuer Tag, kurz vor der Vätternrunde, konnte beginnen!

Fortschritt trifft Tradition

2 Gedanken zu “Mein Vätternrunden-Tagebuch

  1. Hi Andreas,
    das sieht ja schon richtig gut aus am Lungen, da kriegt man aber mächtig Lust auf Schweden.
    Hat dort alles geklappt?

    Viel Glück morgen beim Vätternrunden!!!

    Liebe Grüße
    Libby

    • Ja, ging alles prima. Vielen Dank, langsam kommt bei mir die Aufregung…

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