Dänemark baut Fahrrad-"Autobahnen"

Studenten ©Cykelsekretariatet

Dänemark setzt neue Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit im Individualverkehr. Mehrspurige „Fahrrad-Autobahnen“ sollen Pendler motivieren, vom Auto aufs umweltfreundliche Fahrrad umzusteigen. In den großen Städten Kopenhagen, Århus, Odense und Aalborg hat die Anlage dieser dänisch „Cykelsuperstier“, also Superradwege genannten Schnelltrassen bereits begonnen.

Den kompletten Text kann man unter diesem Link nachlesen. Weiterführende Informationen gibt es in Dänisch unter www.cykelsuperstier.dk.

Die deutsche Übersetzung „Autobahn“ ist nicht wirklich passend, zumal der dänische Begriff auf den Bezug zum motorisierten Verkehr verzichtet.  Die Namenswahl „cykelsuperstier“ ist dabei nicht zufällig geschehen, sondern Teil des sorgfältig geplanten Konzeptes:

  • der Name beinhaltet das dänische Wort für Fahrrad („cykel“)
  • der Anfangsbuchstabe ist gleichzeitig das Logo
  • das Rad wird als besonderes Verkehrsmittel („super“) hervorgehoben
  • der Name kann glaubwürdig auch für Wege genutzt werden, die noch nicht komplett ausgebaut werden konnten („stier“ = Wege, Pfade)
  • der Begriff ist neu, „aufmerksamkeitsstark“ und
  • verweist auf das englische Vorbild, die Cycle Superhighways

Für einen ersten Überblick über die geplanten Strecken in der Hauptstadtregion (insgesamt 349 km) ist die Karte unter diesem Link gut geeignet. In einer Testphase bis Anfang Dezember 2010 wurden 58 % der in und um Kopenhagen geplanten Strecken von „Testpendlern“ abgefahren und auf ihre Eignung geprüft. Die Ergebnisse dieser per GPS geloggten Testfahrten gehen in die weitere Planung ein.

Geschäftsmann ©Cykelsekretariatet

Zum aktuellen Stand des Projekts hier ein Ausschnitt aus einer aktuellen E-Mail der dänischen Behörde „Cykelsekretariatet“:

These are not photos of the actual Cycle Superhighways – since they don’t exist yet – but pictures we use for materials about the project. The first Cycle Superhighway from Albertslund to Copenhagen will be built this year.

Ich bin gespannt auf den Fortschritt der Baumaßnahmen – und die Auswirkungen auf den Verkehr in Dänemark – und natürlich die „Streuwirkung“ auf andere Regionen einschließlich Berlin/Brandenburg.

4 Gedanken zu “Dänemark baut Fahrrad-"Autobahnen"

  1. Eine sehr anschauliche Präsentation über den Stand des Radverkehrs in Dänemark, speziell in Kopenhagen, wurde am 25.03. auf der Fachveranstaltung METROMOBILE von Klaus Bondam vorgestellt. Seine Präsentation findet man unter diesem Link: http://www.veloberlin.com/praesentationen.html.

  2. zu begrüßen wäre es. in münster gibt es mit der Promenade schon einen ähnlich exklusiven bereich für radfahrer und der hat sch dort mehr als bewährt

  3. Für mich ein vorbildliches und zukunftorientiertes Projekt nicht nur für Dänemark, sondern auch für Deutschland und andere Länder. Es ist ökologisch einfach sinnvoll und richtig!

  4. @rbt: Die Promenade in Münster ist nicht nur für Radfahrer da, sondern auch für Fußgänger. Mit dem Superschnellradwegen weniger vergleichbar. Überlandradwege in der Randstad in den Niederlanden haben aber schon Schnellradwegstandard, die streckenweise autobahnähnlich ausgebaut sind.

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