6 Geisterräder aufgestellt – Gedenken an getötete Radfahrer 2010

© Diamant / http://fahrrad.wikia.com/ (Beispielfoto)

Christiane T. fuhr bei grüner Ampel geradeaus über die Kreuzung und verließ sich auf ihre Vorfahrt, als sie durch den rechtsabbiegenden Sattelzug erfasst und 66 Meter mitgeschleift wurde. Sie verstarb noch am Unfallort. Christiane T. ist eine von sechs tödlich verunglückten Radfahrern des Jahres 2010.

Zum Gedenken an die verstorbene Radfahrerin Christiane T. stellte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Berlin e.V. heute das letzte der sechs Geisterräder an der Kreuzung Ernst-Ruska-Ufer / Wegedornstr. am Unfallort auf. Die Geisterräder sind weißlackiert und mit einem Schild versehen, auf dem die Todesdaten der Radfahrer stehen.

Im Jahr 2010 wurden 6.182 Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung registriert. Bei den Fahrradunfällen wurden 3.800 Radfahrer leicht verletzt, 471 schwer und 6 tödlich. „Ein großes Problem für die Sicherheit der Berliner Radfahrer stellen rechtsabbiegende Lkw dar. Diese waren bei der Hälfte der Todesfälle beteiligt“, erläutert Bernd Zanke, Vorstandsmitglied für Verkehrssicherheit beim ADFC Berlin.

Ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr sind Radspuren auf der Fahrbahn. Hier werden Radfahrer wahrgenommen. Hinter Bäumen und parkenden Autos verlaufende Radwege sind schlecht einsehbar; dort erhöht sich die Gefahr eines Unfalls dramatisch. „Der ADFC Berlin e.V. fordert daher zur Verringerung von schweren Radfahrunfällen Radspuren auf der Fahrbahn jeder Hauptstraße“, so Zanke.

Weitere Informationen: http://www.geisterraeder.de

Quelle: ADFC-Berlin, Pressemitteilung 2/2011
Berlin, 9. März 2011

Zu diesem Thema hatte ich unter „Geisterräder – Ghost Bikes“ im Oktober 2010 einen Artikel veröffentlicht, aus dem auch das hier verwendete Foto stammt.