bikePARK-Chef droht Kunden mit strafrechtlichen Folgen

Hier ein Artikel von Johann, dem Besitzer eines „Nachbarblogs„:

Kaum ist der Winter vorbei, wird es wieder spannend. Da flattert doch vorhin eine E-Mail ein von “Dipl.-Ing. S. Akosman, Geschäftsinh. bikePARK” in mein Postfach. Zuerst habe ich mich gefreut: Da entschuldigt er sich für meine schlechten Erfahrungen bei ihm im Laden.

Total nett, dachte ich. Er bezog sich auf meinen (zugegebenermaßen nicht sonderlich positiven) Beitrag auf Qype, den ich unter meinem Realnamen gepostet hatte. (Vermutlich hatte er meinen ebenfalls nicht sehr schmeichelhaften Blogeintrag noch gar nicht gelesen.) Der Mann entschuldigt sich und will was lernen. Um besser zu werden. Vermutete ich.

Dann aber blieb mir beim Weiterlesen doch die berühmte “Spucke” weg. Der Inhalt würde nicht der Wahrheit entsprechen und vielmehr um Hass und Gewalt werben. Ist das wirklich so? Eine simple negative Kritik? Klar hat er eine gute Meinung von seinem Geschäft, aber ist es nicht die Meinung der Kunden, die zählt?

Dass ein solcher Kommentar “gegen die Wettbewerbsrecht” verstoßen würde und “hiermit geahnt” würde (Zitate in Originalschreibung), las ich weiter. Und jetzt der Schlusssatz:

Falls es binnen 10 Tage nicht gelöscht sein sollte, wird es strafrechtliche Folgen haben.

Geht man so als Geschäftsinhaber mit seinen Kunden um? Mit der Holzhammermethode? Zumal ich nicht der einzige bin, der mit dieser Firma unzufrieden zu sein scheint.

Lobt sich der Geschäftsinhaber selbst?

Diese E-Mail, falls da was dran sein sollte, verstärkt eher das ungute Gefühl, was ich von Anfang an hatte.

Hinzu kommen noch Unregelmäßigkeiten bei den Bewertungen auf Qype. Da gibt es neben den vielen negativen auch einige ausgesprochen positive, fast “hymnische” Bewertungen. Bei einem besonders enthusiastischen bikePARK-Fan, einem gewissen Oky, hatte ich von Anfang an ein ungutes Gefühl. Ich hatte den Verdacht, er würde für die Firma arbeiten. Wow, was für ein Laden, schreibt Oky. Einfach genial. Auswahl trifft auf Kompetenz, außerdem schwärmt er von der fähigen Werkstatt und der schnellen und freundlichen Bedienung. Perfekt!, so bringt es Oky auf den Punkt.

Und nun kommt es:  Die oben zitierte E-Mail vom bikePARK-Geschäftsführer, die ich über Qype erhalten habe, stammt von einem Qype-Nutzer namens Oky.

(Anm. BikeBlogBerlin: durch Klick auf die Grafik öffnet sich die Originalgrafik von jofablog.de)

Das bedeutet entweder: Hier missbraucht ein Kunde von bikePARK seinen Benutzernamen und masst sich als Oky die Rolle des Geschäftsführers an. Also Hochstapelei. Oder: Der Geschäftsinhaber lobt seine Firma selber in Qype über den grünen Klee und schüchtert zudem noch negative Rezensenten ein. Und das ist für mich Betrug.

Wie auch immer – ich finde es schade. Denn wie ich auf Qype schon schrieb: Auf den ersten Blick ist das ein ganz toller Laden …

Johann-Christian

P.S. Erinnert mich verdammt an die “WeTab-Affäre”, bei der der Geschäftsführer von Neofonie Bewertungen unter einem Pseudonym manipuliert hatte. Im Endeffekt war der ja zurückgetreten!

2. P.S. Ich gebe dem Laden trotzdem noch eine Chance und wünsche Herrn Akosman ganz aufrichtig viel Erfolg und gute Geschäfte!

3. PS. Noch was Positives ganz am Schluss: bikePARK Berlin hat eine toll gemachte Website!

via Johanns Fahrradblog

Auffällig ist, dass einige der Nutzer, die Kommentare zu BikePark abgegeben haben, sich genau am Tag der Kommentierung bei Qype angemeldet hatten – und danach nie wieder etwas “hinterlassen” haben. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Ich hoffe, dass bikePARK sich wieder auf dessen eigentliche Aufgabe – Kundenservice – besinnt und die geschilderten Geschäftsgebahren schnellstmöglich einstellt. Gute Werbung sieht anders aus.

7 Gedanken zu “bikePARK-Chef droht Kunden mit strafrechtlichen Folgen

  1. Also.. ich persönlich finde, dass sich Firmeninhaber jeglicher Art auch Kritik stellen müssen.
    Hast Du also genau richtig gemacht!

  2. Pingback: bikePARK /// Rauhe Sitten

    • siehe Kommentar vom 07.02.2011
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      Kommentar editet by BikeBlogBerlin 🙂

  3. Update: Das Ganze scheint eine Luftnummer gewesen zu sein, außer der Drohung ist nichts geschehen.

  4. ich verwies nur auf den Streisandeffekt, der sich in diesem Fall hoffentlich einstellt. nichts justiziables, keine Sorge.

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