Fahrradwege: Ostseebad Binz/Rügen

Dieser Fahrradweg in der Dollahner Straße in Binz auf Rügen ist benutzungspflichtig. Zumindest ist er durch Zeichen 241 als solcher ausgewiesen: Man fragt sich, was diese Ausbuchtungen zu bedeuten haben:
Parkbuchten? Überholspursurrogate?

Der „Spaß“ geht weiter, allerdings ein wenig abgemildert:

Hier sind die in den Radweg hineinragenden Baumscheiben zumindest teilweise durch eine wasserdurchlässige Pflasterung abgedeckt. Eine akute Unfallgefahr besteht jedoch weiterhin.

Ein Ende findet dieser „Spaß“ im wörtlichen Sinne kurz vor dem Bahnhof Binz:

Ein MUSS für jeden Trial- oder BMX-Fahrer. Für halbwegs schnelle Normalradler jedoch nur in Phasen erhöhter Suizidalneigung zu empfehlen. Ein sicheres, flüssiges Einordnen in den fließenden Verkehr ist hier völlig ausgeschlossen. Als i-Tüpfelchen ist im Bereich des Radweg-Endes kein absolutes Halteverbot ausgeschildert. Man könnte hier also durchaus auf ein haltendes Auto „stoßen“.

Meine Frage an die Gemeindeverwaltung: Ist dies nötig? Das Ostseebad Binz lebt augenscheinlich vom Tourismus. Die gezeigte Straße führt vom Stadtzentrum am Bahnhof vorbei, ist aber nicht die Hauptverkehrsstraße der Stadt. Wäre es hier nicht den PKW-Fahrern zuzumuten, sich die Straße mit den Radfahrern zu teilen? In der Mehrzahl werden beide Gruppen wohl aus Touristen bestehen, die, anders als im Alltag, doch eher mehr Zeit, Muße und Verständnis für Andere mitbringen dürften.

Davon abgesehen: laut der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) dürfen benutzungspflichtige Radwege „nur dort angeordnet werden, wo es die Verkehrssicherheit oder der Verkehrsablauf erfordern.“ Darüber hinaus darf ein solcher benutzungspflichtiger Radweg nur angeordnet werden, wenn er „ausreichend breit, befestigt und einschließlich eines Sicherheitsraums frei von Hindernissen beschaffen ist.“ Eine Mindestbreite von 1,50 m für mit Zeichen 241 ausgewiesene Radwege wird vorgeschrieben.

Und jetzt hätte ich gern die Begründung dafür, warum dies nicht eingehalten wird.

Ihr BikeBloggerBinzBerlin

5 Gedanken zu “Fahrradwege: Ostseebad Binz/Rügen

  1. Was hast du denn? Der Radweg ist doch mächtig breit und noch dazu spiegelglatt asphaltiert. Ich frage mich bloß, warum nicht gegen die dort illegal fahrenden Kraftfahrzeugführer vorgegangen wird… (rotes Pflaster reicht zur Markierung des Radwegteils nicht aus).

  2. na, auf die antwort bin ich auch gespannt 😉
    wenn denn überhaupt eine kommt

  3. Mann, Mann, Mann… kopfschüttel

    Das Ende des „Radweges“ ist wirklich die Krönung. Aber auch sonst: ein recht geschickter Versuch, dadurch, dass die Einbuchtungen auch rot gepflastert sind, davon abzulenken, dass das Ding viel zu schmal ist.

    Je mehr ich so was lese/sehe, desto mehr reg ich mich auf. Und wie kommen die dazu, dann auch noch ein Schild aufzustellen, das den Weg als benutzungspflichtig ausweist, wo die Bedingungen für diese Pflicht nicht erfüllt sind???

  4. …verstehe Eure Erregung nicht. Kenne diese Stelle. Ist doch ganz easy:
    Der „Radweg“ endet hier. Hinter dem Verkehrsschild und dem Baum ist der Bordstein abgesenkt (da wo der rote Belag endet)und man fährt locker auf die Fahrbahn.
    Wo ist das Problem?
    Bitte bedenkt: die Straßenbehörde dort meint es doch nur gut mit den radfahrenden Touris…

  5. Die Baumscheiben sind wahrlich nicht ideal, zumal die Mindestbreiten für den Radweg dabei (zumindest augenscheinlich) unterschritten werden.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.