freedom roads! – Ausstellung bis 03.10. in Berlin

Leider habe ich von freedom roads! gerade erst Kenntnis genommen. Vielleicht off-topic für einen Fahrradblog. Dennoch ein Thema, das auch für Radfahrer interessant sein sollte: woran erinnern die Namen der Straßen, durch die ich fahre?

© HMJokinen

Das Afrikanische Viertel. Für mich als ehemaligen Weddinger ein Thema, das mir gar nicht recht bewusst war:

Die Straßen des Afrikanischen Viertels in Berlin-Wedding (jetzt zu Mitte gehörend) wurden seit dem Ende des 19.Jahrhunderts in Bezug auf die deutsche Kolonialgeschichte benannt. Einige davon, so die Petersallee, die Lüderitzstraße und der Nachtigalplatz, wurden direkt nach deutschen Kolonial“herren“ benannt: Carl Peters, Franz Adolf Eduard Lüderitz sowie Gustav Hermann Nachtigal. Sie gelten als Vorreiter des deutschen Kolonialismus und Imperialismus im Afrika des 19. Jahrhunderts. Die weiteren Straßennamen erinnern an Gegenden, Städte oder Länder im südlichenwestlichen oder östlichen Afrika, die eine Rolle in der deutschen Kolonialgeschichte spielten. Eine Ausnahme ist die Ghanastraße, die zu Ehren der Unabhängigkeit Ghanas ihren Namen erst 1958 erhielt.

Die Ausstellung freedom roads! erinnert an diese Geschichte und den Zusammenhang zwischen Rassismus und Kolonialismus und Benennung von Straßen und Plätzen in Deutschland.

Geöffnet ist die Ausstellung nur noch bis zum 03.10.2010:

Mo – Fr 14 – 18 Uhr
Galerie im Kurt-Schumacher-Haus
August Bebel Institut
Müllerstraße 163
Berlin-Wedding

Ob die Ausstellung tatsächlich bis zum 03.10. (Sonntag) zugänglich sein wird, kann ich im Moment leider nicht feststellen. Die Öffnungszeiten sprechen dagegen. Bei Interesse: die Telefonnummer der Galerie ist auf dem Ausstellungsflyer abgedruckt.

Hingehen!
Empfiehlt Ihr/Euer BikeBlogger

P.S.: Weitere Informationen zu Straßennamen im Afrikanischen Viertel finden sich u.a. in einer PDF-Datei zur Ausstellung „Namibia-Deutschland“ , die 2005 im deutschen historischen Museum gezeigt wurde.

Ein Gedanke zu “freedom roads! – Ausstellung bis 03.10. in Berlin

  1. Leider ist die Ausstellung für Besucher nur noch bis zum 01.10. geöffnet. Am Wochenende ist sie nur für Teilnehmer einer Fachtagung zugänglich.
    Hier die weitere Planung:

    Den Auftakt von freedom roads! bildet die Ausstellung, die vom 28.8. – 3.10.2010 in Berlin zu sehen sein wird. 2011-2012 reist das Projekt dann als Wanderausstellung durch Deutschland. Auf dem Weg von Stadt zu Stadt wird es mit den Themen vor Ort und unter Beteiligung Vieler wachsen. 2012 kehrt freedom roads! zu einer Gesamtschau nach Berlin zurück, wo ein internationales Netzwerktreffen stattfinden wird.

    Zum Weiterlesen und Entdecken: Städte mit kolonialen Straßennamen

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