Fahrradanhänger für Kinder: Test

Die Stiftung Warentest und der ADFC testeten Fahrradanhänger für Kinder und veröffentlichten die Ergebnisse im Mai diesen Jahres. Ergebnis: 4 von 9 getesteten Anhängern wurden als mangelhaft bewertet. Allerdings nicht, weil diese das Kind im Verkehr nicht ausreichend schützen, sondern weil in Ihnen Schadstoffe gefunden wurden, die als bedenklich gelten.

Hier der Link zum Testbericht der Stiftung Warentest. Der Download des kompletten Testberichts ist leider kostenpflichtig.

Der Pressedienst Fahrrad hat diese Ergebnisse kritisch hinterfragt:

Die meisten Kritikpunkte des Pressedienstes sind für mich nachvollziehbar. Besonders die Frage, warum diese Maßstäbe nicht bei der Prüfung von PKW-Kindersitzen angelegt werden, lässt aufhorchen. Die Nutzung von Kindersitzen für das Auto und von Fahrradanhängern ist sicherlich vergleichbar: sowohl die Dauer der Nutzung als auch der Ausmaß des Hautkontaktes mit dem Sitz bzw. den Gurten unterscheiden sich kaum.

Bei der Bewertung der Notwendigkeit der Schadstoffe stimme ich jedoch dem Fazit von Stiftung Warentest zu:

Nicht nur in Sitzpolstern und Gurten, sondern unter anderem auch im Regenschutz, in den Seitenwänden und Sichtfenstern fanden die Prüfer die gefährlichen Stoffe. Doch kein Schadstoff fand sich überall. Das spricht dafür, dass keiner dieser Stoffe aus technischer Sicht bei der Herstellung notwendig ist.

Es gibt somit Handlungsbedarf auf Seiten der Hersteller. Warum werden Produkte vertrieben, die bedenkliche Substanzen in nennenswerten Mengen enthalten, obwohl es nicht notwendig zu sein scheint? Dass gerade bei Produkten, die zum Transport von Kleinkindern gedacht sind, besonders strenge Maßstäbe angelegt werden, halte ich für richtig. Dass dies gleich dazu führt, dass diese im Test nur mit „mangelhaft“ bewertet werden, ist diskussionswürdig.

Ich persönlich würde bei meiner Kaufentscheidung auf jeden Fall das Produkt bevorzugen, das geringere Schadstoffwerte aufweist. Eine Garantie, dass die enthaltenen Stoffe unter keinen Umständen vom Körper aufgenommen werden können, werden weder die Hersteller noch der zitierte TÜV Rheinland abgeben.

Nachdenklich

schließt Ihr/Euer BikeBlogger

4 Gedanken zu “Fahrradanhänger für Kinder: Test

  1. Auch die Zeitschrift Trekkingbike hat aktuelle Fahrradanhänger getestet. Unter diesem Link gibt es die praxisnahen Tipps zu (leider) einigen wenigen Modellen.
    Der Test lässt sich auch als PDF-Datei zum offline-Lesen herunterladen.

  2. Also die veröffentlichung der Ergebnisse ist schon eine wirlich tolle sache!
    Im video wird auch klar worauf man besonders achten sollte.

  3. Ich denke auch, dass man vor allem auf Anhänger setzen sollte, die arm an Schadstoffen sind bzw. auch sonst in Sachen Sicherheit führend sind. Entsprechende Testberichte gibt es ja im Internet. Nur nicht am falschen Ende sparen und am Ende dann ein Produkt bekommen, dass dem Kind vielleicht schadet!

  4. Ich bin immer wieder darüber erstaunt, wie „dünn“ die Kommentare der „Fachleute“ ausfallen. Die letzten beiden Kommentare hierzu stellen hierfür ein schönes Beispiel dar. Kein Hinweis darauf, was sich in der letzten Zeit in Sachen Sicherheit / Konsumentenschutz getan hat, nichts über Fahrradanhänger mit Auflaufbremse etc.
    Liegt es vielleicht daran, dass hier gar keine Fachleute kommentieren, sondern nur Angestellte oder Agenturen, die lediglich deren Internetseiten populär machen wollen?

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