Ride of Silence Berlin 2015

20. Mai 2015. In den USA wurde der 11. Ride of Silence begangen. Eine stille Demonstration von Radfahrern, die an die im Verkehr ums Leben gekommenen Radfahrer erinnern soll. Erinnern und ein Zeichen setzen. Gegen Ignoranz des Stärkeren und gegen Ignoranz der Politik, die (nahezu weltweit) Verkehr erst ab einem – in Unfällen häufig todbringendem – Systemgewicht von mindestens 500 kg wahrzunehmen scheint.

In den USA der 11. Ride, in Deutschland der erste. Daniel Doerk vom Blog “it started with a fight…” hatte die Idee in Osnabrück aufgegriffen, Heinrich Strößenreuther von der Inititative Clevere Städte daraufhin auch für Berlin umgesetzt. Ohne Plakatationen, lediglich über einen Aufruf auf Facebook.

Heinrich Strößenreuther (links) mit Fares Gabriel Hadid (Berliner Fahrrad Schau)

Heinrich Strößenreuther (links) mit Fares Gabriel Hadid (Berliner Fahrrad Schau)

Vor dem Start

Vor dem Start

19:15 setzte sich die – geplant aber dennoch ungewohnt stille – Menge in Bewegung. So, wie dies bereits in einigen Städten in Australien, Singapur und anderen Staaten der Erde geschehen ist und wie es bald auch in nahezu allen Bundesstaaten der USA, in Mexiko, Kanada und Brasilien (aber immer zu 19 Uhr Ortszeit) der Fall sein sollte. Zeitgleich mit 9 anderen deutschen Städten, in Schweden und in Südafrika.

1300 Radfahrer zählte die Berliner Polizei, die mit ihrer Fahrradstaffel die Demonstration begleitete. An einigen Stellen, an denen Radfahrer ihr Leben ließen (und die “Geisterräder” des ADFC Berlin aufgestellt waren), wurde angehalten und der Toten gedacht.

Geisterrad

Geisterrad

Trotz des traurigen und immer wieder wütend machenden Anlasses war die Stimmung gelassen und positiv gestimmt. Es ging nicht darum, Angst zu machen, sondern zu ermahnen und Veränderungen der Verkehrspolitik statt lauer Reden und unsinniger (und unnötig teuerer) Darth Vader-Kampagnen einzufordern.

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch nach diesem positiven Fazit: wo war der ADFC, der weder durch den Bundesverband noch durch den Berliner Landesverband offiziell den Berliner Ride of Silence mitgetragen hat?

Abschlusskundgebung vor dem Roten Rathaus

Fotos zum Rides of Silence findet ihr in der Galerie.

Ride of Silence: Weltweites Gedenken am 20. Mai

RoS_Classic_LCIn Berlin und mehr als 300 Städten weltweit, in 26 Ländern, auf sieben Kontinenten und zum zwölften Mal radeln am Mittwoch, 20. Mai um 19 Uhr, Radfahrer durch ihre Stadt: in weißer Kleidung, schweigend, dem Anlass entsprechend.

Zur ersten Teilnahme Berlins am Ride of Silence ruft die Initiative Clevere Städte zusammen mit Vertretern von Bündnis90/Die Grünen und Piraten, autofrei leben! e.V., Autofreies Kreuzberg und der Berliner Fahrradschau auf. Vom Brandenburger Tor geht es in besinnlichem Tempo zu den Orten der letzten tödlichen Radverkehrsunfälle. Damit wollen sie der Getöteten und ihrer Familien gedenken und ein Zeichen für mehr Aufmerksamkeit an die Stärkeren senden. Weiterlesen

CM Berlin stellt falsche Fragen zum richtigen Thema: Radverkehrsförderung und grüne Politik

Freie Fahrt? © Jens Märker  / pixelio.de

Freie Fahrt? © Jens Märker / pixelio.de

Auf der Website der Critical Mass Berlin wurde Stefan Gelbhaar, Sprecher für Verkehrspolitik (ÖPNV, Fuß- und Radverkehr) der Berliner Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus für ein anscheinend nicht überzeugendes Statement zur Radverkehrspolitik kritisiert: “Die Grünen im Wahlkampf – leider immer noch mit wenig ambitionierter Verkehrspolitik”. Weiterlesen

Bernauer Radwege: Aufhebung der Benutzungspflicht

Bei der Umfahrung des Stadtkerns in Bernau mussten Radfahrer, die in Richtung Berlin unterwegs waren, bisher die teils sehr schmalen Gehwege nutzen. Speziell wenn man von der August-Bebel-Straße in die Jahnstraße abbog musste man sich zwischen Verkehrsampeln und -Schildern hindurch eine gefahrlose Auffahrt auf den benutzungspflichtigen Geh- und Radweg suchen. Konflikte mit Fußgängern waren vorprogrammiert.

Bernau: Aufhebung der Benutzungspflicht

Bernau: Aufhebung der Benutzungspflicht

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